Patent­ver­let­zung – und der her­aus­zu­ge­be­ne Anteil am Ver­let­zer­ge­winn

Bei der Bestim­mung des her­aus­zu­ge­ben­den Anteils des Ver­let­zer­ge­winns, der durch die Benut­zung der erfin­dungs­ge­mä­ßen Leh­re ver­mit­telt wor­den ist, ist regel­mä­ßig auch zu berück­sich­ti­gen, ob und inwie­weit die erfin­dungs­ge­mä­ße Aus­ge­stal­tung oder die damit unmit­tel­bar oder mit­tel­bar ver­bun­de­nen tech­ni­schen oder wirt­schaft­li­chen Vor­tei­le für die Abneh­mer des Patent­ver­let­zers erkenn­bar waren oder ihnen gegen­über werb­lich her­aus­ge­stellt wur­den1.

Patent­ver­let­zung – und der her­aus­zu­ge­be­ne Anteil am Ver­let­zer­ge­winn

Durch die Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs ist geklärt, dass für die Bestim­mung des Anteils des her­aus­zu­ge­ben­den Ver­let­zer­ge­winns bei einer Patent­ver­let­zung wer­tend zu bestim­men ist, ob und in wel­chem Umfang der erziel­te Gewinn auf den durch die Benut­zung der Erfin­dung ver­mit­tel­ten tech­ni­schen Eigen­schaf­ten des Pro­dukts oder ande­ren für die Kauf­ent­schei­dung der Abneh­mer erheb­li­chen Fak­to­ren beruht. Dabei ist die Höhe des her­aus­zu­ge­ben­den Gewinns vom Tatrich­ter unter Wür­di­gung aller Umstän­de des Ein­zel­falls zu schät­zen2.

Es bedarf kei­ner wei­te­ren Klä­rung, dass das Gericht bei der Bestim­mung des auf die Ver­let­zung des Kla­ge­pa­tents ent­fal­len­den Gewinn­an­teils berück­sich­ti­gen darf, dass die durch das Kla­ge­pa­tent unter Schutz gestell­ten tech­ni­schen Details der Schnitt­stel­le zwi­schen Fahr­rad­schloss und Schloss­hal­te­rung sowie die damit ver­bun­de­nen Vor­tei­le für die Käu­fer der Ver­let­zungs­form auf­grund der Ver­pa­ckungs­ge­stal­tung nicht wahr­nehm­bar waren und von den Beklag­ten auch sonst weder unmit­tel­bar noch mit­tel­bar werb­lich her­aus­ge­stellt wur­den. Denn ein sol­cher Umstand lässt Rück­schlüs­se dar­auf zu, inwie­weit die Markt­chan­cen des vom Ver­let­zer ver­trie­be­nen Pro­dukts gera­de durch die erfin­dungs­ge­mä­ße Aus­ge­stal­tung des Erzeug­nis­ses und die hier­durch ver­mit­tel­ten tech­ni­schen oder wirt­schaft­li­chen Vor­tei­le beein­flusst wur­den.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 3. Sep­tem­ber 2013 – X ZR 130/​12 "Kabel­schloss"

  1. im Anschluss an BGH, Urteil vom 24.07.2012 – X ZR 51/​11, BGHZ 194, 194 Rn. 18 ff. Fla­schen­trä­ger []
  2. BGH, Urteil vom 24.07.2013 – X ZR 51/​11, BGHZ 194, 194 Rn. 18 ff. Fla­schen­trä­ger []