Recht der Tele- und Medi­en­dienst

Die Bun­des­re­gie­rung will die bis­her im Bun­des­recht und Lan­des­recht gere­gel­ten wirt­schafts­be­zo­ge­nen Vor­schrif­ten für Tele- und Medi­en­diens­te in einem „Tele­me­di­en­ge­setz des Bun­des“ zusam­men­füh­ren. Dazu hat sie einen Gesetz­ent­wurf zur Ver­ein­heit­li­chung von Vor­schrif­ten über bestimm­te elek­tro­ni­sche Infor­ma­ti­ons- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­diens­te vor­ge­legt. Betrof­fen hier­von sind das bis­he­ri­ge Tele­dien­ste­ge­setz, das Tele­da­ten­schutz­ge­setz und der Medi­en­diens­te-Staats­ver­trag. Die genann­ten Geset­ze blie­ben abge­se­hen von redak­tio­nel­len Ände­run­gen wei­test­ge­hend unver­än­dert, schreibt die Regie­rung. Dar­über hin­aus sol­len Daten­schutz­vor­schrif­ten für Tele- und Medi­en­diens­te in das neue Gesetz auf­ge­nom­men wer­den. Der Schwer­punkt liegt den Anga­ben zufol­ge bei der Neu­re­ge­lung des Anwen­dungs­be­reichs des Geset­zes, vor allem in der Abgren­zung zu den Berei­chen Rund­funk und Tele­kom­mu­ni­ka­ti­on. Neu ein­ge­führt wer­den sol­le dar­über hin­aus ein Buß­geld, wenn bestimm­te Infor­ma­ti­ons­pflich­ten bei der E‑Mail-Wer­bung ver­letzt wer­den. Ziel sei es, das Ver­sen­den so genann­ter Spam-Mails zu bekämp­fen. Eben­so ist geplant, das Tele­me­di­en­da­ten­schutz­ge­setz bes­ser gegen­über dem Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­da­ten­schutz­ge­setz abzu­gren­zen. Damit kom­me man einer wich­ti­gen For­de­rung der Anbie­ter auf die­sem Gebiet, die der­zeit bei­den Regel­wer­ken unter­lie­gen, ent­ge­gen. Kei­ne Tele­me­di­en­diens­te sind dem Ent­wurf zufol­ge der her­kömm­li­che Rund­funk, das Live-Strea­ming, also das zusätz­li­che und zeit­glei­che Über­tra­gen her­kömm­li­cher Rund­funk­pro­gram­me über das Inter­net, sowie das Web­cas­ting, die aus­schließ­li­che Über­tra­gung her­kömm­li­cher Rund­funk­pro­gram­me über das Inter­net. Auch die blo­ße Inter­net-Tele­fo­nie fal­le nicht unter die Tele­me­di­en­diens­te. Dazu zähl­ten jedoch alle Infor­ma­ti­ons- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­diens­te, die nicht aus­schließ­lich Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­diens­te oder Rund­funk sind, bei­spiels­wei­se Online-Ange­bo­te von Waren oder Dienst­leis­tun­gen mit sofor­ti­ger Bestell­mög­lich­keit, Video-Abruf, wenn es sich nicht um einen Fern­seh­dienst han­delt, Online-Diens­te wie Inter­net-Such­ma­schi­nen sowie die kom­mer­zi­el­le Ver­brei­tung von Infor­ma­tio­nen über Waren und Dienst­leis­tun­gen mit Hil­fe von elek­tro­ni­scher Post. Der Bun­des­rat hat in sei­ner Stel­lung­nah­me dar­auf ver­wie­sen, dass die Anbie­ter von Online-Dienst­leis­tun­gen den Ver­brau­chern der­zeit häu­fig nur Zugang zu die­sen Diens­ten gewähr­ten, wenn die­se einer weit rei­chen­den Ver­wen­dung ihrer Daten zustimm­ten. Damit sei in der Regel die Zustim­mung zum Erhalt unter­schied­lichs­ter Wer­be-E-Mails ver­bun­den. Die Län­der­kam­mer schlägt vor, eine sol­che Kop­pe­lung von Online-Diens­ten mit der Zustim­mung zur Daten­ver­wen­dung zu ver­bie­ten. Die Bun­des­re­gie­rung sol­le prü­fen, ob ein sol­ches Ver­bot in das Gesetz auf­ge­nom­men wer­den kann. Es sei nicht ersicht­lich, so der Bun­des­rat, wes­halb ein Ver­brau­cher dem Anbie­ter von Online-Diens­ten per­sön­li­che Infor­ma­tio­nen zur umfang­rei­chen Ver­wen­dung zuge­ste­he soll­te, um die­se Diens­te in Anspruch neh­men zu kön­nen.

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