Regionale Kennzeichnung von Lebensmittel

Die verbindliche Kennzeichnung landwirtschaftlicher Erzeugnisse bietet Verbrauchern wichtige Informationen über die Qualität von Lebensmitteln und kann die Wettbewerbsfähigkeit der Landwirte steigern. Der Schutz europäischer geografischer Angaben und traditioneller Spezialitäten vor Fälschung trägt ebenfalls zur Sicherung der Lebensmittelqualität bei, stellt das Europäische Parlament fest und fordert neue Regelungen auf diesem Gebiet.

Regionale Kennzeichnung von Lebensmittel

Entsprechende Vorschläge für eine EU-Qualitätspolitik für Agrarerzeugnisse enthält eine gestern vom Europäischen Parlament angenommene Resolution, mit der das Europäische Parlament u.a. Stellung bezieht zu einem Konsultationspapier der EU-Kommission zur Qualitätspolitik für Lebensmittel.

Schutz geografischer Angaben: durch stärkere Rolle für Inhaber

Das derzeitig gültige System für geografische Angaben (g. A.) – insbesondere die geschützte Ursprungsbezeichnung (g. U.) für vollständig in einer bestimmten Region hergestellte Produkte und die geschützte geografische Angabe (g. g. A.) für Produkte mit starkem Bezug zu einer bestimmten Region, in der mindestens ein Produktionsschritt erfolgt – soll nach Ansicht der Europaabgeordneten erhalten bleiben. Um Schwachstellen des Systems, wie z. B. die missbräuchliche Verwendung der Kürzel inner- und außerhalb der EU, zu beheben, sollen Konsortien allerdings eine stärkere Rolle bei der Verwaltung von g. U.- und g. g. A.-Erzeugnissen erhalten.

Eine dritte Kennzeichnung im derzeitigen System ist die garantiert traditionelle Spezialität (g. t. S.), die den traditionellen Charakter eines Erzeugnisses, entweder hinsichtlich seiner Zusammensetzung oder seiner Herstellung, hervorhebt.

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Schutz geographischer Angaben durch die WTO

Zur Bekämpfung der missbräuchlichen Verwendung von g. A. und von Fälschungen halten die Abgeordneten außerdem die Einrichtung eines verbindlichen, multilateralen Registers aller g. A.-Erzeugnisse weltweit durch die WTO (gemäß Artikel 23 des TRIPS-Abkommens) für notwendig. Sie fordern die Kommission zudem auf, die Erzeuger von g. A.-Produkten und ihre Vertretungsorganisationen finanziell und technisch stärker zu unterstützen.

Angabe des Ursprungslands und EU-Qualitätslogo

Um Transparenz und Rückverfolgbarkeit zu garantieren soll darüber hinaus bei landwirtschaftlicher Frischware das Ursprungsland angegeben werden müssen. Dies, so das Parlament, müsse geschehen ohne „übermäßige Kosten“ für die Erzeuger zu verursachen, z. B. durch die Verwendung alternativer Mittel zur Informationsangabe wie Strichcodes oder Websites. Zusätzliche Informationen sollten freiwillig bleiben, um eine den Verbraucher verwirrende Informationsüberfrachtung von Etiketten zu vermeiden, betont der Bericht.

Schließlich fordert das Parlament die Kommission auf, verschiedene Möglichkeiten zur Qualitätskennzeichnung zu prüfen, einschließlich der Einführung eines EU-Qualitätslogos, mit dem ausschließlich Erzeugnisse versehen werden dürfen, die vollständig in der EU hergestellt wurden.