Regio­na­le TV-Wer­be­spots

Es ver­stößt nicht gegen Bestim­mun­gen des Rund­funk­rechts, wenn im Rah­men eines bun­des­wei­ten Fern­seh­pro­gramms Wer­be­spots mit regio­nal beschränk­tem Ver­brei­tungs­ge­biet gesen­det wer­den.

Regio­na­le TV-Wer­be­spots

In dem jetzt vom Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt ent­schie­de­nen Fall ging es um den Sen­der "Pro Sie­ben". Dort war beab­sich­tigt, sol­chen Wer­be­kun­den, für die eine bun­des­wei­te Fern­seh­wer­bung nicht attrak­tiv ist, die Mög­lich­keit regio­na­ler Wer­be­spots anzu­bie­ten.

Nach Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts Ber­lin 1 fehlt dem Sen­der hier­für die Berech­ti­gung: Wer­bung sei Bestand­teil des Pro­gramms. Wer die Lizenz zur Ver­an­stal­tung eines bun­des­wei­ten Pro­gramms besit­ze, dür­fe nur bun­des­wei­te Wer­be­spots sen­den. Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt sah dies nun anders und gab der hier­ge­gen gerich­te­ten Sprung­re­vi­si­on des Sen­ders Statt:

Gegen­stand des rund­funk­recht­li­chen Lizen­zie­rungs­er­for­der­nis­ses sind nur die redak­tio­nel­len Pro­gramm­in­hal­te, nicht die Wer­bung. Hin­sicht­lich des "ob" und "wie" der Wer­bung ist der Ver­an­stal­ter frei, solan­ge er die wer­be­recht­li­chen Bestim­mun­gen ein­hält; die­se ent­hal­ten im Fal­le des Rund­funk­staats­ver­tra­ges kei­ne ein­schrän­ken­den Vor­ga­ben zum Ver­brei­tungs­ge­biet von Wer­be­spots. Die Erwä­gung, dass sol­che Vor­ga­ben sinn­voll sein könn­ten, um die Finan­zie­rungs­aus­sich­ten loka­ler oder regio­na­ler Medi­en zu sichern, hat im Rund­funk­staats­ver­trag kei­nen Nie­der­schlag gefun­den.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Urteil vom 17. Dezem­ber 2014 – 6 C 32.2013 -

  1. VG Ber­lin, Urteil vom 26.09.2013 – 27 K 231.12[]