Abge­tre­te­ne Lebens­ver­si­che­run­gen in der Insol­venz

Droht eine Zah­lungs­un­fä­hig­keit, wer­den oft­mals Ver­mö­gens­wer­te auf Drit­te ver­scho­ben und dabei auch Lebens­ver­si­che­run­gen an drit­te Per­so­nen abge­tre­ten. Dem hat der Bun­des­ge­richts­hof einen Rie­gel vor­ge­scho­ben:

Abge­tre­te­ne Lebens­ver­si­che­run­gen in der Insol­venz

Hat der Schuld­ner für eine von ihm abge­schlos­se­ne Lebens­ver­si­che­rung einem Drit­ten ein wider­ruf­li­ches Bezugs­recht ein­ge­räumt, rich­tet sich nach Ein­tritt des Ver­si­che­rungs­falls der Anfech­tungs­an­spruch gegen den Drit­ten auf Aus­zah­lung der vom Ver­si­che­rer geschul­de­ten Ver­si­che­rungs­sum­me, nicht auf Rück­ge­währ der vom Schuld­ner geleis­te­ten Prä­mi­en. Und: Bei Ertei­lung einer wider­ruf­li­chen Bezugs­be­rech­ti­gung an einen Drit­ten gilt die anfecht­ba­re Rechts­hand­lung erst dann als vor­ge­nom­men, wenn der Ver­si­che­rungs­fall ein­ge­tre­ten ist. Eine Anfech­tung ist daher u.U. auch noch nach Jah­ren mög­lich.
Der Anfech­tungs­an­spruch gewährt in der Insol­venz im all­ge­mei­nen ein Aus­son­de­rungs­recht.

(BGH, Urteil vom 23. Okto­ber 2003 -IX ZR 252/​01)