Ande­re Rechts­an­sicht – und die Anhö­rungs­rü­ge

Art. 103 Abs. 1 GG ver­pflich­tet das Gericht nur dazu, den Vor­trag einer Pro­zess­par­tei zur Kennt­nis zu neh­men und in Erwä­gung zu zie­hen.

Ande­re Rechts­an­sicht – und die Anhö­rungs­rü­ge

Er begrün­det aber kei­ne Pflicht des Gerichts, bei der Wür­di­gung des Sach­ver­halts und der Rechts­la­ge der Auf­fas­sung eines Betei­lig­ten zu fol­gen.

Eben­so wenig folgt aus Art. 103 Abs. 1 GG die Pflicht der Gerich­te, nament­lich bei letzt­in­stanz­li­chen Ent­schei­dun­gen, zu aus­drück­li­cher Befas­sung mit jedem Vor­brin­gen 1.

Hat das Gericht das Vor­brin­gen der Klä­ger voll­um­fäng­lich berück­sich­tigt und ist ledig­lich der klä­ge­ri­schen Rechts­an­sicht nicht gefolgt, schei­det eine Ver­let­zung des recht­li­chen Gehörs aus.

Wird eine Kla­ge – wie hier – aus meh­re­ren Grün­den abge­wie­sen, ist ein Gehörs­ver­stoß dar­über hin­aus nur erheb­lich, wenn er sämt­li­che Begrün­dungs­strän­ge betrifft 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 12. Janu­ar 2017 – III ZR 140/​15

  1. vgl. nur BVerfG, BeckRS 2013, 55213 Rn. 67 mwN[]
  2. BSG, NZS 2009, 697 Rn. 39[]