Anfor­de­run­gen an die Beru­fungs­be­grün­dung

Nach § 520 Abs. 3 Satz 2 Nr. 2 ZPO muss die Beru­fungs­be­grün­dung die Umstän­de bezeich­nen, aus denen sich nach Ansicht des Beru­fungs­klä­gers die Rechts­ver­let­zung und deren Erheb­lich­keit für die ange­foch­te­ne Ent­schei­dung erge­ben. Dazu gehört eine aus sich her­aus ver­ständ­li­che Anga­be, wel­che bestimm­ten Punk­te des ange­foch­te­nen Urteils der Beru­fungs­klä­ger bekämpft und wel­che tat­säch­li­chen oder recht­li­chen Grün­de er ihnen im Ein­zel­nen ent­ge­gen­setzt 1.

Anfor­de­run­gen an die Beru­fungs­be­grün­dung

Beson­de­re for­ma­le Anfor­de­run­gen bestehen nicht; für die Zuläs­sig­keit der Beru­fung ist es ins­be­son­de­re ohne Bedeu­tung, ob die Aus­füh­run­gen in sich schlüs­sig oder recht­lich halt­bar sind 2. Jedoch muss die Beru­fungs­be­grün­dung auf den kon­kre­ten Streit­fall zuge­schnit­ten sein 3. Es reicht nicht aus, die Auf­fas­sung des Erst­ge­richts mit for­mu­lar­mä­ßi­gen Sät­zen oder all­ge­mei­nen Rede­wen­dun­gen zu rügen oder ledig­lich auf das Vor­brin­gen ers­ter Instanz zu ver­wei­sen 4.

Hat das Erst­ge­richt – wie hier – die Abwei­sung der Kla­ge auf meh­re­re von­ein­an­der unab­hän­gi­ge, selbst­stän­dig tra­gen­de recht­li­che Erwä­gun­gen gestützt, muss die Beru­fungs­be­grün­dung in die­ser Wei­se jede tra­gen­de Erwä­gung angrei­fen. Andern­falls ist das Rechts­mit­tel unzu­läs­sig 5.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 23. Okto­ber 2012 – XI ZB 25/​11

  1. BGH, Beschlüs­se vom 26.07.2004 – VIII ZB 29/​04, NJW-RR 2004, 1716, vom 27.05.2008 – XI ZB 41/​06, WM 2008, 1810 Rn. 11, vom 12.05.2009 – XI ZB 21/​08; und vom 01.03.2011 – XI ZB 26/​08, jeweils mwN[]
  2. BGH, Beschlüs­se vom 21.05.2003 – VIII ZB 133/​02, NJW-RR 2003, 1580 und vom 28.05.2003 – XII ZB 165/​02, NJW 2003, 2531, 2532, jeweils mwN[]
  3. BGH, Beschlüs­se vom 27.05.2008 – XI ZB 41/​06, WM 2008, 1810 Rn. 11, vom 12.05.2009 – XI ZB 21/​08; und vom 01.03.2011 – XI ZB 26/​08[]
  4. BGH, Urtei­le vom 09.03.1995 – IX ZR 143/​94, NJW 1995, 1560, vom 18.06.1998 – IX ZR 389/​97, NJW 1998, 3126, vom 18.09.2001 – X ZR 196/​99, NJW-RR 2002, 209, 210, vom 09.10.2001 – XI ZR 281/​00; und vom 27.11.2003 – IX ZR 250/​00, WM 2004, 442[]
  5. BGH, Beschluss vom 25.11.1999 – III ZB 50/​99, BGHZ 143, 169, 171; Urteil vom 27.11.2003 – IX ZR 250/​00, WM 2004, 442; Beschlüs­se vom 18.10.2005 – VI ZB 81/​04, NJW-RR 2006, 285 und vom 12.05.2009 – XI ZB 21/​08, jeweils mwN[]