Anwalts­tä­tig­keit trotz Berufs­ver­bot

Wegen des ein­deu­ti­gen, einer Aus­le­gung nicht zugäng­li­chen Wort­lauts des § 155 Abs. 5 Satz 1 BRAO und des dar­in zum Aus­druck kom­men­den Wil­lens des Gesetz­ge­bers, aus Grün­den der Rechts­si­cher­heit Rechts­hand­lun­gen eines Rechts­an­walts auch dann als wirk­sam zu behan­deln, wenn der Rechts­an­walt damit einem ihm gegen­über ver­häng­ten Berufs­ver­bot zuwi­der han­delt, muss – unge­ach­tet der damit ver­bun­de­nen, den Rechts­an­walt unbil­lig begüns­ti­gen­den Rechts­fol­gen – auch die frist­ge­rech­te Ein­le­gung der Beru­fung durch einen sich selbst ver­tre­ten­den Rechts­an­walt, der in Kennt­nis des gegen ihn ver­häng­ten Berufs­ver­bots und unter Ver­stoß gegen § 155 Abs. 2 i.V.m. § 155 Abs. 4 letz­ter Halb­satz BRAO han­delt, als frist­wah­ren­de, wirk­sa­me Beru­fung behan­delt wer­den.

Anwalts­tä­tig­keit trotz Berufs­ver­bot

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 22. Febru­ar 2010 – II ZB 8/​09