Bera­tungs­hil­fe und die Schuld­ner­be­ra­tung

Bera­tungs­hil­fe ist nicht zu bewil­li­gen, soweit gemäß § 1 Abs. 1 Nr. 2 BerHG mit der Inan­spruch­nah­me einer Schuld­ner­be­ra­tungs­stel­le eine ande­re Hilfs­mög­lich­keit besteht, solan­ge nicht kon­kret dar­ge­legt wird, dass eine sol­che Inan­spruch­nah­me auf­grund einer Über­las­tung in Betracht kom­men­der Bera­tungs­stel­len oder aus ande­ren Grün­den nicht zumut­bar ist.

Bera­tungs­hil­fe und die Schuld­ner­be­ra­tung

Die 3. Kam­mer des 1. Senats des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts hat in ihrem Beschluss vom 4. Sep­tem­ber 2006 1 die Auf­fas­sung, wonach das Auf­su­chen einer Schuld­ner­be­ra­tungs­stel­le als eine ande­re Mög­lich­keit der Hil­fe­su­che im Sin­ne des § 1 Abs. 1 Nr. 2 BerHG anzu­se­hen ist, als gut ver­tret­bar bezeich­net. Auch aus der Ent­schei­dung vom 4. Dezem­ber 2006 2 ergibt sich nichts ande­res: Die 3. Kam­mer des 1. Senats hat hier ledig­lich klar­ge­stellt, dass Schuld­ner­be­ra­tungs­stel­len für die etwa geleis­te­te Bera­tungs­hil­fe­tä­tig­keit kei­ne staat­li­che Ver­gü­tung bean­spru­chen kön­nen. Mit der Fra­ge, ob deren Auf­su­chen als ande­re Hilfs­mög­lich­keit im Sin­ne des § 1 Abs. 1 Nr. 2 BerHG anzu­se­hen ist, die das Bedürf­nis für die Inan­spruch­nah­me von Bera­tungs­hil­fe ent­fal­len lässt, hat dies nichts zu tun.

Und schließ­lich folgt aus der Ent­schei­dung des Bun­des­ge­richts­hofs vom 22. März 2007 3 kein Anspruch der Antrag­stel­le­rin auf Bera­tungs­hil­fe. Es ist näm­lich weder vor­ge­tra­gen noch ersicht­lich, dass sie – anders als in dem dem Bun­des­ge­richts­hof vor­lie­gen­den Sach­ver­halt – die not­wen­di­gen Vor­dru­cke trotz gericht­li­cher Für­sor­ge nicht ohne wei­te­re recht­li­che Hil­fe aus­fül­len konn­te.

Thü­rin­ger Ober­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 20. August 2012 – 9 W 345/​12

  1. BVerfG, Beschluss vom 04.09.2006, Rpfle­ger 2007, 206 f.[]
  2. BVerfG, Beschluss vom 04.12.2006, Rpfle­ger 2007, 329 f.[]
  3. BGH, Beschluss vom 22.03.2007 – IX ZB 94/​06[]