Beschwer bei der Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de – und der hier­für maß­ge­ben­de Zeit­punkt

Maß­ge­bend für die Bewer­tung der Beschwer bei der Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de ist der Zeit­punkt der letz­ten münd­li­chen Ver­hand­lung vor dem Beru­fungs­ge­richt, und zwar nach Maß­ga­be der dem Par­tei­vor­brin­gen zu die­sem Zeit­punkt zugrun­de lie­gen­den tat­säch­li­chen Anga­ben zum Wert 1.

Beschwer bei der Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de – und der hier­für maß­ge­ben­de Zeit­punkt

Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs ist es einer Par­tei ver­wehrt, sich im Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de­ver­fah­ren auf der Grund­la­ge neu­en Vor­brin­gens auf einen höhe­ren, die erfor­der­li­che Rechts­mit­tel­be­schwer errei­chen­den Streit­wert der Kla­ge zu beru­fen, wenn sie die Streit­wert­fest­set­zung in den Vor­in­stan­zen nicht bean­stan­det und auch nicht glaub­haft gemacht hat, dass bereits in den Vor­in­stan­zen vor­ge­brach­te Umstän­de, die die Fest­set­zung eines höhe­ren Streit­werts und einer damit ein­her­ge­hen­den ent­spre­chen­den Beschwer recht­fer­ti­gen, nicht aus­rei­chend berück­sich­tigt wor­den sind 2.

So liegt es auch in dem hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall: Erst­mals mit sei­ner Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de­be­grün­dung macht der Klä­ger gel­tend, der Wert des Fest­stel­lungs­an­trags belau­fe sich auf min­des­tens 80.000 €. Das fol­ge aus Ange­bo­ten und Rech­nun­gen von Hand­wer­kern, die er nun mit der Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de­be­grün­dung vor­legt. Wie die Beklag­te zu Recht gel­tend macht, kann er damit nicht durch­drin­gen. Der Klä­ger hat in den Vor­in­stan­zen zwar mehr­fach vor­ge­tra­gen, die gesam­te Scha­den­hö­he sei erst bei Aus­füh­rung von Repa­ra­tur­ar­bei­ten fest­stell­bar. Kon­kre­ten tat­säch­li­chen Vor­trag, den die Vor­in­stan­zen über­gan­gen haben und der die Fest­set­zung eines höhe­ren Werts für den Fest­stel­lungs­an­trag gerecht­fer­tigt hät­te, zeigt die Beschwer­de aber nicht auf.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 3. Juli 2019 – IV ZR 293/​17

  1. BGH, Beschluss vom 21.06.2017 – VII ZR 41/​17, NJW 2017, 3164 Rn. 11 m.w.N.[]
  2. BGH, Beschluss vom 10.01.2019 – V ZR 130/​18, WuM 2019, 286 Rn. 6 m.w.N.[]