Der 91a-Ent­schei­dung in der Haupt­sa­che­en­schei­dung gegen die übri­gen Beklag­ten

Auch wenn eine Ent­schei­dung nach § 91a ZPO als Teil einer Kos­ten­mi­schent­schei­dung im Rah­men eines – auch gegen wei­te­re Beklag­te in der Haupt­sa­che ergan­ge­nen – Urteils getrof­fen wur­de, ist hier­ge­gen nur das Rechts­mit­tel der sofor­ti­gen Beschwer­de gem. § 91a Abs. 2 ZPO eröff­net, nicht jedoch das Haupt­sa­che­rechts­mit­tel 1 bzw. eine auf des­sen Zulas­sung abzie­len­de Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de.

Der 91a-Ent­schei­dung in der Haupt­sa­che­en­schei­dung gegen die übri­gen Beklag­ten

Der von dem Beklag­ten erho­be­ne Rechts­be­helf konn­te im hier ent­schie­de­nen Fall auch nicht als sofor­ti­ge Beschwer­de (§ 567 ZPO) oder als Rechts­be­schwer­de (§ 574 ZPO) gegen die Kos­ten­ent­schei­dung des Beru­fungs­ge­richts auf­ge­fasst wer­den: Zwar gilt im Ver­fah­rens­recht der Grund­satz, dass eine feh­ler­haf­te Par­tei­hand­lung in eine zuläs­si­ge und wirk­sa­me umzu­deu­ten ist (ana­log § 140 BGB), wenn deren Vor­aus­set­zun­gen ein­ge­hal­ten sind, die Umdeu­tung dem maß­geb­li­chen Par­tei­wil­len ent­spricht und kein schutz­wür­di­ges Inter­es­se des Geg­ners ent­ge­gen­steht 2. Eine sofor­ti­ge Beschwer­de gegen eine auf § 91a ZPO beru­hen­de Ent­schei­dung eines Ober­lan­des­ge­richts wäre aber eben­falls unstatt­haft 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 24. März 2015 – VI ZR 179/​13

  1. BGH, Beschluss vom 19.03.2013 – VIII ZB 45/​12, NJW 2013, 2361 Rn. 18 ff. mwN[]
  2. BGH, Beschluss vom 01.07.2013 – VI ZB 18/​12, NJW 2013, 3181 Rn. 25 mwN[]
  3. BGH, Urteil vom 24.10.2005 – II ZR 56/​04, NJW-RR 2006, 566 Rn. 7; § 567 Abs. 1 ZPO[]