Der Fahr­zeug­wert nach dem Abgas-Skan­dal

Die Mani­pu­la­tio­nen beim Schad­stoff­aus­stoß von Die­sel­fahr­zeu­gen hat zu einer gro­ßen Empö­rung und Ver­un­si­che­rung bei Fahr­zeug­be­sit­zern geführt. So sind inzwi­schen auch die ers­ten Kla­gen von Pri­vat­kun­den gegen VW ein­ge­reicht wor­den. Vie­le Kun­den, deren VW-Fahr­zeug vom Skan­dal betrof­fen ist, befürch­ten, dass ihr Fahr­zeug einen höhe­ren Die­sel­ver­brauch haben könn­te und mög­li­cher­wei­se eine Nach­zah­lung bei der Kfz-Steu­er zu ent­rich­ten ist. Dar­über­hin­aus könn­ten erheb­li­che Ein­bu­ßen beim Wie­der­ver­kaufs­wert die Fol­ge sein.

Der Fahr­zeug­wert nach dem Abgas-Skan­dal

Laut Mel­dung einer Medi­en­agen­tur gehen die Über­le­gun­gen des VW-Kon­zerns in Rich­tung Rück­kauf der vom Abgas-Skan­dal betrof­fe­nen Fahr­zeu­ge. Statt einer Umrüs­tung der Fahr­zeu­ge soll den Kun­den alter­na­tiv ange­bo­ten wer­den, den Wagen in Zah­lung zu neh­men und ein Neu­fahr­zeug zu kau­fen.

Bei den Juris­ten ist man geteil­ter Mei­nung, ob eine Kla­ge­ein­rei­chung zum jet­zi­gen Zeit­punkt rich­tig ist. Da die Höhe des Scha­dens­er­sat­zes u.a. vom Fahr­zeug­wert abhän­gig ist, kann sich die­ser durch die ange­kün­dig­te Rück­ruf­ak­ti­on durch­aus noch bewe­gen. Wol­len die Kfz-Eigen­tü­mer den Fahr­zeug­wert ermit­teln, ist es bei den von der Mani­pu­la­ti­on betrof­fe­nen VW-Fahr­zeu­gen frag­lich, ob nach der Rück­ruf­ak­ti­on und Umrüs­tung das Fahr­zeug alle Wer­te kor­rekt ein­hält und wie sich die­se Umrüs­tung auf den Wert des Wagens aus­wirkt. Ver­steht man die schlech­te­ren Abgas­wer­te als einen Scha­dens­er­satz begrün­den­den Man­gel, ist offen, ob die­ser Man­gel mit Hil­fe der Rück­ruf­ak­ti­on nicht nur besei­tigt wird, son­dern auch einem Anspruch auf Scha­dens­er­satz ent­ge­gen­steht.

Dem Kraft­fahrt-Bun­des­amt ist die von VW vor­ge­schla­ge­ne frei­wil­li­ge Repa­ra­tur der betrof­fe­nen Fahr­zeu­ge nicht genug. Mit Schrei­ben vom 15. Okto­ber 2015 ist ange­ord­net wor­den, die Fahr­zeu­ge zurück zu rufen. Nach Auf­fas­sung des Kraft­fahrt-Bun­des­am­tes han­delt es sich bei der in die­sen Fahr­zeu­gen ver­wen­de­ten Soft­ware um eine unzu­läs­si­ge Abschalt­ein­rich­tung. Die­se hat VW aus allen Fahr­zeu­gen zu ent­fer­nen und für die Wie­der­her­stel­lung der Vor­schrifts­mä­ßig­keit zu sor­gen. Damit die Werk­stät­ten von VW nicht über einen län­ge­ren Zeit­raum durch die Umrüs­tungs­maß­nah­men für ande­re Auf­trä­ge blo­ckiert sind, erwägt VW einen Rück­kauf der mani­pu­lier­ten Fahr­zeu­ge. Bei der Berech­nung des Fahr­zeug­wer­tes soll dann in beson­de­rer Wei­se der unkor­rek­te Schad­stoff-Aus­stoß bedacht wer­den. Mög­li­cher­wei­se möch­te VW sich dadurch auch eine zu erwar­ten­de Kla­ge­flut erspa­ren. Ob die­se Rechung auf­geht, hängt nicht zuletzt davon ab, wie groß­zü­gig die Ermitt­lung des jewei­li­gen Fahr­zeug­wer­tes aus­fällt.