Der Ver­lust der Mak­ler­cour­ta­ge

Nach § 654 BGB ist der Pro­vi­si­ons­an­spruch des Mak­lers aus­ge­schlos­sen, wenn der Mak­ler dem Inhalt des Ver­tra­ges zuwi­der für bei­de Sei­ten tätig wird.

Der Ver­lust der Mak­ler­cour­ta­ge

§ 654 BGB wird aber nach all­ge­mei­ner Mei­nung nur als gesetz­lich gere­gel­ter Son­der­fall eines all­ge­mei­nen Prin­zips ver­stan­den, wonach der Mak­ler sei­ner Pro­vi­si­on ver­lus­tig ist, wenn er vor­sätz­lich oder grob leicht­fer­tig wesent­li­che Ver­trags­pflich­ten ver­letzt und dadurch den Inter­es­sen sei­nes Auf­trag­ge­bers in erheb­li­cher Wei­se zuwi­der han­delt 1. Der Ver­lust hat Straf­cha­rak­ter und tritt ohne Rück­sicht dar­auf ein, ob dem Auf­trag­ge­ber ein Scha­den ent­stan­den ist.

So liegt es hier: Nach der Dar­stel­lung der Mak­le­rin und nach der Aus­sa­ge des Herrn L. hat die­ser der Fa. D. das auf sie selbst per­so­na­li­sier­te Expo­sé zur Ver­fü­gung gestellt. Zu sei­nen Guns­ten kann ange­nom­men wer­den, dass er es nicht selbst ver­än­dert hat, son­dern Herr D.; Herr L. hat aber ein­ge­räumt, Herrn D. bei der Über­ga­be den Ein­druck ver­schafft zu haben, dass die Auf­trag­ge­be­rin damit ein­ver­stan­den sein, dass Herr D. eine Käu­fer­pro­vi­si­on ver­ein­ba­re. Damit setz­te er die Auf­trag­ge­be­rin dem Risi­ko aus, dass der Käu­fer den Kauf­preis mit dem Argu­ment drück­te, er müs­se eine Käu­fer­cour­ta­ge zah­len. Ob es tat­säch­lich so kam, kann dahin­ste­hen, für die Anwen­dung des Rechts­ge­dan­kens aus § 654 BGB reicht das blo­ße Risi­ko, sofern es nahe lag und für den Auf­trag­ge­ber des Mak­lers erheb­li­che Ein­bu­ßen zur Fol­ge haben konn­te. Nach dem Vor­trag bei­der Par­tei­en war Herr L. dazu nach den Gesprä­chen vom Juli 2014 nicht berech­tigt und nach dem ganz deut­li­chen Ergeb­nis der Beweis­auf­nah­me hat sich dies auch nicht im Okto­ber 2014 ver­än­dert.

Auch des­halb steht der Mak­le­rin hier die gel­tend gemach­te Pro­vi­si­on nicht zu.

Land­ge­richt Ham­burg, Urteil vom 12. April 2016 – 417 HKO 6/​16

  1. Palandt-Sprau, BGB, 75. Auf­la­ge, § 654 Rn. 1 und Münch­Komm-BGB-Roth, BGB, 6. Auf­la­ge 2012, § 654 Rn 1 mit wei­te­ren Nach­wei­sen auf die Recht­spre­chung[]