Die Gren­zen der Anhö­rungs­rü­ge

Die Gerich­te sind nach Art. 103 Abs. 1 GG ver­pflich­tet, das Vor­brin­gen der Par­tei­en zur Kennt­nis zu neh­men und in Erwä­gung zu zie­hen. Hin­ge­gen gewährt Art. 103 Abs. 1 GG kei­nen Schutz gegen Ent­schei­dun­gen, die den Sach­vor­trag eines Betei­lig­ten aus Grün­den des for­mel­len oder mate­ri­el­len Rechts teil­wei­se oder ganz unbe­rück­sich­tigt las­sen 1.

Die Gren­zen der Anhö­rungs­rü­ge

Grund­sätz­lich ist davon aus­zu­ge­hen, dass ein Gericht das von ihm ent­ge­gen­ge­nom­me­ne Vor­brin­gen der Betei­lig­ten auch zur Kennt­nis genom­men und in Erwä­gung gezo­gen hat.

Die Gerich­te brau­chen jedoch nicht jedes Vor­brin­gen der Betei­lig­ten in den Grün­den der Ent­schei­dung aus­drück­lich zu beschei­den 2.

Dass das Gericht die Rechts­auf­fas­sung des Klä­gers nicht teilt, begrün­det kei­nen Ver­stoß gegen Art. 103 Abs. 1 GG 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 18. Febru­ar 2019 – NotZ (Brfg) 5/​18

  1. st. Rspr., vgl. BVerfGE 21, 191, 194; 70, 288, 294[]
  2. BVerfGE 96, 205, 216 f.[]
  3. vgl. BVerfGE 64, 1, 12[]