Die Kos­ten des selb­stän­di­gen Beweis­ver­fah­rens als Scha­dens­er­satz

Die dem Klä­ger ent­stan­de­nen Kos­ten eines gegen einen Drit­ten geführ­ten selb­stän­di­gen Beweis­ver­fah­rens kön­nen einen durch die feh­ler­haf­te Repa­ra­tur des Beklag­ten adäquat ver­ur­sach­ten ersatz­fä­hi­gen Scha­den dar­stel­len. Ihr Ersatz ist ins­be­son­de­re vom Schutz­zweck der ver­letz­ten Norm umfasst.

Die Kos­ten des selb­stän­di­gen Beweis­ver­fah­rens als Scha­dens­er­satz

Eine Scha­dens­er­satz­pflicht umfasst auch Auf­wen­dun­gen, die der Geschä­dig­te zur Scha­dens­be­sei­ti­gung getä­tigt hat. Sein Wil­lens­ent­schluss unter­bricht den Zurech­nungs­zu­sam­men­hang nicht, da er nicht frei getrof­fen, son­dern durch das Ver­hal­ten des Schä­di­gers ver­an­lasst wor­den ist. Die Ersatz­pflicht besteht aller­dings nur für Auf­wen­dun­gen, die ein wirt­schaft­lich den­ken­der Mensch in der Lage des Geschä­dig­ten für zweck­mä­ßig und not­wen­dig hal­ten durf­te [1].

Hier­zu kön­nen auch Kos­ten eines erfolg­lo­sen Vor­pro­zes­ses gegen einen ver­meint­li­chen Schä­di­ger gehö­ren [2]. Wenn der Schä­di­ger sei­ne Ver­ant­wort­lich­keit gera­de in der Wei­se ver­neint, dass er den Geschä­dig­ten zu Unrecht auf einen ver­meint­li­chen Schä­di­ger ver­weist, und er sich dar­über hin­aus zur Ursa­chen­er­mitt­lung nicht damit ein­ver­stan­den erklärt, dass der Geschä­dig­te ein – bin­den­des – Pri­vat­gut­ach­ten ein­holt, darf der Geschä­dig­te die Kos­ten der Rechts­ver­fol­gung gegen die­sen Drit­ten regel­mä­ßig für ange­mes­sen und not­wen­dig erach­ten.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 18. Dezem­ber 2014 – VII ZR 102/​14

  1. Palandt/​Grüneberg, BGB, 74. Aufl., Vorb. v. § 249 Rn. 44 m.w.N.[]
  2. Palandt/​Grüneberg, aaO, § 249 Rn. 58; BGH, Urteil vom 27.10.1970 – VI ZR 62/​69, NJW 1971, 134, 135; BGH, Urteil vom 28.02.1969 – II ZR 174/​67, NJW 1969, 1109 m.w.N.[]