Die Wahl­wer­bung mit der "Süd­tri­bü­ne"

Ver­wen­det die Wahl­wer­bung einer Par­tei Ele­men­te, mit denen eine bekann­te Fuß­ball­mann­schaft iden­ti­fi­ziert wer­den kann und den Ein­druck erweckt, die Fuß­ball­mann­schaft bil­ligt die pla­ka­tier­te Wer­bung, so han­delt es sich um einen erheb­li­chen Ein­griff in das Per­sön­lich­keits­recht und ist rechts­wid­rig.

Die Wahl­wer­bung mit der "Süd­tri­bü­ne"

So die Ent­schei­dung des Ober­lan­des­ge­richts Hamm in dem hier vor­lie­gen­den Ver­fah­ren des einst­wei­li­gen Rechts­schut­zes, mit dem sich die Borus­sia Dort­mund GmbH & Co.KG aA gegen die Ver­wen­dung von Wer­be­pla­ka­ten zur Kom­mu­nal­wahl in Dort­mund gewand­t­hat, die den auf einem Quer­bal­ken in gel­ber und schwar­zer Far­be unter­leg­ten Spruch "von der Süd­tri­bü­ne in den Stadt­rat" zei­gen. Die Unter­sa­gungs­ver­fü­gung gegen den Kreis­ver­band Dort­mund der Par­tei DIE RECHTE ist unter Abän­de­rung der erst­in­stanz­li­chen Ent­schei­dung des Land­ge­richts Dort­mund ergan­gen. Unter Ver­wen­dung des auf einem Quer­bal­ken in gel­ber und schwar­zer Far­be unter­leg­ten Spruchs „von der Süd­tri­bü­ne in den Stadt­rat“ beab­sich­tigt der Dort­mun­der Kreis­ver­band der Par­tei DIE RECHTE mit einem Foto ihres Spit­zen­kan­di­da­ten auf Wahl­pla­ka­ten um Stim­men für die im Mai 2014 anste­hen­de Kom­mu­nal­wahl in Dort­mund zu wer­ben. Die kla­gen­de Borus­sia Dort­mund GmbH & Co.KG aA sieht in der Ver­wen­dung des Begriffs „Süd­tri­bü­ne“ im Zusam­men­hang mit der gelb­schwar­zen Farb­kom­bi­na­ti­on auf dem Quer­bal­ken einen rechts­wid­ri­gen Ein­griff in ihr all­ge­mei­nes Per­sön­lich­keits­recht. Sie ver­langt von dem beklag­ten Kreis­ver­band, die­se Wahl­wer­bung zu unter­las­sen.

Nach Auf­fas­sung des Ober­lan­des­ge­richts Hamm ver­letz­te die beab­sich­tig­te Wahl­wer­bung das all­ge­mei­ne Per­sön­lich­keits­recht der Klä­ge­rin. Auch wenn der BVB nicht nament­lich genannt wer­de, ver­wen­de die Wahl­wer­bung Ele­men­te, mit denen die bekann­te Fuß­ball­mann­schaft iden­ti­fi­ziert wer­de und erwe­cke den Ein­druck, der BVB bil­li­ge die pla­ka­tier­te Wer­bung. Die­ser Ein­griff in das Per­sön­lich­keits­recht sei erheb­lich und rechts­wid­rig. Das Inter­es­se des BVB, nicht im Zusam­men­hang mit der Wahl­wer­bung einer poli­ti­schen Par­tei dar­ge­stellt zu wer­den, über­wie­ge gegen­über der in Fra­ge ste­hen­den Aus­übung der Rech­te der Par­tei, sich poli­tisch zu betä­ti­gen und im Wahl­kampf die eige­ne Mei­nung zu äußern. Die­se Rech­te kön­ne der beklag­te Kreis­ver­band auch ohne eine auf den BVB Bezug neh­men­de Wahl­wer­bung aus­üben.

Das Ober­lan­des­ge­richt Hamm hat den Anspruch der Klä­ge­rin gegen­über dem beklag­ten Kreis­ver­band der Par­tei bejaht und die­sem die in Fra­ge ste­hen­de Wahl­wer­bung im Wege des einst­wei­li­gen Rechts­schut­zes unter­sagt.

Ober­lan­des­ge­richt Hamm, Urtei­len vom 9. Dezem­ber 2013 – 6 W 56/​13