Ein­schmel­zen von gestoh­le­nem Fein­sil­ber

Durch das Ein­schmel­zen von Fein­sil­ber wird kei­ne neue beweg­li­che Sache im Sin­ne von § 950 Abs. 1 BGB her­ge­stellt. Viel­mehr liegt eine blo­ße Umfor­mung vor.

Ein­schmel­zen von gestoh­le­nem Fein­sil­ber

Mit dem Zusam­men­schüt­ten von Alt­sil­ber­be­stän­den vor dem Ein­schmel­zen liegt noch kei­ne Ver­men­gung im Sin­ne von § 948 Abs. 1 BGB vor, wenn das gestoh­le­ne Indus­trie­fein­sil­ber auf­grund der Pfüt­zen­form und grö­ße­rer Plat­ten sowie eines mar­kan­ten Geruchs infol­ge von Kali­um­cya­nid ohne gro­ßen Auf­wand vom übri­gen Alt­sil­ber getrennt wer­den kann.

Durch das Ein­schmel­zen wer­den die Sil­ber­plat­ten mit dem übri­gen Alt­sil­ber untrenn­bar im Sin­ne von § 948 Abs. 1 BGB ver­mischt. Die ein­schmel­zen­de Beklag­te erwirbt dar­an Allein­ei­gen­tum gemäß §§ 948 Abs. 1, 947 Abs. 2 BGB, wenn die gestoh­le­nen Sil­ber­plat­ten der Klä­ge­rin nur einen klei­nen Teil des ein­ge­schmol­ze­nen Alt­sil­bers aus­ma­chen. Beschränkt sich die ein­schmel­zen­de Beklag­te zur Gesamt­men­ge des ein­ge­schmol­ze­nen Alt­sil­bers auf all­ge­mei­ne Anga­ben wie "gro­ße Men­ge" oder "meh­re­re Ton­nen", muss die bestoh­le­nen Klä­ge­rin den nach § 947 Abs. 2 BGB erfor­der­li­chen gro­ßen Men­gen­un­ter­schied nicht mehr dar­le­gen und bewei­sen.

Ober­lan­des­ge­richt Stutt­gart, Urteil vom 23. Febru­ar 2010 – 10 U 75/​09