Das tür­ki­sche Grund­stück im Erb­fall

Hin­sicht­lich des in der Tür­kei bele­ge­nen unbe­weg­li­chen Nach­las­ses kann das deut­sche Nach­lass­ge­richt man­gels inter­na­tio­na­ler Zustän­dig­keit kei­ne Maß­nah­men (wie etwa eine Pfleg­schaft) anord­nen.

Das tür­ki­sche Grund­stück im Erb­fall

Das maß­geb­li­che Erb­sta­tut rich­tet sich nach dem Kon­su­lar­ver­trag zwi­schen der Tür­ki­schen Repu­blik und dem Deut­schen Reich vom 28.5.1929 1. Nach Nr. 14 Abs. 2 der Anla­ge zu Art. 20 des Kon­su­lar­ver­trags bestim­men sich die erbrecht­li­chen Ver­hält­nis­se in Anse­hung des unbe­weg­li­chen Nach­las­ses nach den Geset­zen des Lan­des, in dem die­ser Nach­laß liegt, und zwar in der glei­chen Wei­se, wie wenn der Erb­las­ser zur Zeit sei­nes Todes Ange­hö­ri­ger die­ses Lan­des gewe­sen wäre. Nach Nr. 12 Abs. 1 sind in Anse­hung des unbe­weg­li­chen Nach­las­ses aus­schließ­lich die zustän­di­gen Behör­den des Staa­tes, in des­sen Gebiet sich die­ser Nach­laß befin­det, berech­tigt und ver­pflich­tet, alle Ver­rich­tun­gen nach Maß­ga­be der Lan­des­ge­set­ze und in der­sel­ben Wei­se vor­zu­neh­men wie bei Nach­läs­sen von Ange­hö­ri­gen ihres eige­nen Staa­tes 2. Inso­weit wird für alle Maß­nah­men in Anse­hung des in der Tür­kei bele­ge­nen unbe­weg­li­chen Nach­las­ses eine aus­schließ­li­che Zustän­dig­keit der tür­ki­schen Behör­den und Gerich­te begrün­det und fehlt es an der inter­na­tio­na­len Zustän­dig­keit deut­scher Pro­zeß- und Nach­laß­ge­rich­te.

Ober­lan­des­ge­richt Karls­ru­he, Beschluss vom 17. Juni 2013 – 14 Wx 84/​11

  1. RGBl 1930 II 747; RGBl 1931 II 538; BGBl 1952 II 608(). Die­ses zwi­schen­staat­li­che Abkom­men geht der inner­staat­li­chen Rege­lung des Art. 25 EGBGB vor ((BGH NJW-RR 2013, 201[]
  2. zitiert nach der Wie­der­ga­be des Tex­tes in der dem Hand­buch von Süß, Erbrecht in Euro­pa, 2. Aufl., 2008 bei­geleg­ten CD-ROM, dort Tür­kei[]

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