Tes­ta­ments­aus­le­gung

Bei der Tes­ta­ments­aus­le­gung ist zu berück­sich­ti­gen, dass vor allem der wirk­li­che Wil­le des Erb­las­sers zu erfor­schen und nicht an dem buch­stäb­li­chen Sinn des Aus­drucks zu haf­ten ist 1.

Tes­ta­ments­aus­le­gung

Gelingt dies trotz Aus­wer­tung aller mög­li­cher­wei­se dien­li­chen Umstän­de nicht, muss sich der Rich­ter not­falls damit begnü­gen, den Sinn zu ermit­teln, der dem mut­maß­li­chen Erb­las­ser­wil­len am ehes­ten ent­spricht.

Erst wenn die Par­tei­en dem Rich­ter hier­zu kei­ne außer­halb der Urkun­de lie­gen­den Umstän­de an die Hand geben, ist er gege­be­nen­falls dar­auf ange­wie­sen, sich allein auf die Aus­deu­tung des Wort­lauts zu beschrän­ken 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 10. Dezem­ber 2014 – IV ZR 31/​14

  1. vgl. BGH, BGH, Urteil vom 22.09.1982 IVa ZR 26/​81, NJW 1983, 277 unter c zur Ver­wen­dung der Bezeich­nung Nach­er­be[]
  2. BGH, Urteil vom 08.12 1982 – IVa ZR 94/​81, BGHZ 86, 41, 45[]