Gläu­bi­ger­an­fech­tung – und die zwi­schen­zeit­li­che Wei­ter­ver­äu­ße­rung

Wur­den die Gegen­stän­de, in wel­che der Gläu­bi­ger im Rah­men einer Gläu­bi­ger­an­fech­tung voll­stre­cken will, zwi­schen­zeit­lich ver­äu­ßert, kann der Gläu­bi­ger nur noch Wert­er­satz ver­lan­gen, nicht mehr Dul­dung der Zwangs­voll­stre­ckung.

Gläu­bi­ger­an­fech­tung – und die zwi­schen­zeit­li­che Wei­ter­ver­äu­ße­rung

Soweit sich dies erst im Rah­men des Anfech­tungs­pro­zes­ses her­aus­stel­len, mit dem der Gläu­bi­ger die Ver­ur­tei­lung des Emp­fän­gers zur Dul­dung der Zwangs­voll­stre­ckung in den Gegen­stand begehrt, han­delt es sich auch bei der Umstel­lung des Kla­ge­an­trags in der Beru­fungs­in­stanz auf Zah­lung des Wert­er­sat­zes gemäß § 264 Nr. 2 und 3 ZPO nicht um eine nur unter den Vor­aus­set­zun­gen des § 533 ZPO zuläs­si­ge Kla­ge­än­de­rung. Der Bun­des­ge­richts­hof hat bereits ent­schie­den, dass der Über­gang vom Sekun­där­an­spruch zum Pri­mär­an­spruch nur eine Beschrän­kung des Kla­ge­an­spruchs dar­stellt, der gemäß § 264 Nr. 2 ZPO nicht als Kla­ge­än­de­rung anzu­se­hen ist 1. Glei­ches gilt für den umge­kehr­ten Fall des Über­gangs vom Pri­mär- zum Sekun­där­an­spruch 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 15. Dezem­ber 2016 – IX ZR 113/​15

  1. BGH, Urteil vom 17.07.2008 – IX ZR 245/​06, NZI 2008, 633 Rn. 17[]
  2. Münch­Komm-Anf­G/­Kirch­hof, § 13 Rn. 49[]