Insol­venz­ver­wal­ter­ver­gü­tung – und ihre Ent­nah­me aus der Mas­se vor Rechts­kraft des Fest­set­zungs­be­schlus­ses

Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs soll § 717 Abs. 2 ZPO gewähr­leis­ten, dass der­je­ni­ge, der auf­grund eines vor­läu­fig voll­streck­ba­ren Urteils in Anspruch genom­men wor­den ist, sei­ne Leis­tung nach Auf­he­bung des Titels sogleich zurück­er­hält. Auf­rech­nun­gen gegen den Scha­dens­er­satz­an­spruch aus § 717 Abs. 2 Satz 1 ZPO sind des­halb nur zuläs­sig, wenn sie mit dem Sinn und Zweck der Vor­schrift, dem Voll­stre­ckungs­schuld­ner bezüg­lich die­ses Teils sei­nes Scha­dens sofor­ti­gen Ersatz zu sichern, ver­ein­bar sind [1].

Insol­venz­ver­wal­ter­ver­gü­tung – und ihre Ent­nah­me aus der Mas­se vor Rechts­kraft des Fest­set­zungs­be­schlus­ses

Die­se Aus­füh­run­gen gel­ten ent­spre­chend für den Rück­for­de­rungs­an­spruch der Insol­venz­mas­se gegen den Insol­venz­ver­wal­ter, der sei­ne vom Insol­venz­ge­richt fest­ge­setz­te Ver­gü­tung vor Rechts­kraft des spä­ter auf­ge­ho­be­nen Fest­set­zungs­be­schlus­ses aus der Insol­venz­mas­se ent­nom­men hat. Auch in die­sem Fall ist eine Auf­rech­nung, die dazu führt, dass die Insol­venz­mas­se die zu Unrecht ent­nom­me­ne Ver­gü­tung nicht sogleich zurück­er­hält, unzu­läs­sig.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss des IX. Zivil­se­nats vom 17. Okto­ber 2013 – IX ZR 25/​12

  1. BGH, Urteil vom 17.11.2005 – IX ZR 179/​04, BGHZ 165, 96, 105[]