Inter­na­tio­na­les Pri­vat­recht und Rom II

Das Bun­des­ka­bi­nett hat am Mitt­woch das Gesetz zur Anpas­sung der Vor­schrif­ten des Inter­na­tio­na­len Pri­vat­rechts an die Rom II-Ver­ord­nung (Ver­ord­nung (EG) Nr. 864/​2007) beschlos­sen. Mit die­sem Gesetz wird das deut­sche Inter­na­tio­na­le Pri­vat­recht an die EG-Ver­ord­nung ange­passt. Die Rom II-Ver­ord­nung ist der ers­te Schritt zur Anglei­chung des Inter­na­tio­na­len Pri­vat­rechts in der Euro­päi­schen Uni­on. Das Inter­na­tio­na­le Pri­vat­recht bestimmt bei Fäl­len, die eine Ver­bin­dung zu meh­re­ren Rechts­ord­nun­gen haben, wel­che die­ser Rechts­ord­nun­gen im Ein­zel­fall anzu­wen­den ist.

Inter­na­tio­na­les Pri­vat­recht und Rom II

Die Rom II-Ver­ord­nung tritt als ers­ter Rechts­akt der Euro­päi­schen Gemein­schaft auf dem Gebiet des Inter­na­tio­na­len Pri­vat­rechts am 11. Janu­ar 2009 in Kraft. Sie regelt, wel­ches Recht auf außer­ver­trag­li­che Schuld­ver­hält­nis­se, also bei­spiels­wei­se auf Ansprü­che aus einem Unfall, Anwen­dung fin­det.

Wei­te­re Rechts­ak­te der Euro­päi­schen Gemein­schaft wer­den u. a. im Inter­na­tio­na­len Pri­vat­recht für Schei­dungs- und Unter­halts­sa­chen erwar­tet. Die Ver­ord­nung zum auf ver­trag­li­che Schuld­ver­hält­nis­se anzu­wen­den­den Recht (Rom I‑Verordnung) steht kurz vor dem Abschluss.

Begin­nend mit der Rom II-Ver­ord­nung voll­zieht sich eine zuneh­men­de Ver­än­de­rung im Inter­na­tio­na­len Pri­vat­recht, die greif­ba­re Aus­wir­kun­gen auf die Pra­xis hat: Bis­lang fand der Rechts­an­wen­der die ein­schlä­gi­gen Vor­schrif­ten vor­nehm­lich in deut­schen Geset­zen. Künf­tig wird er, soweit Rom II oder ande­re Ver­ord­nun­gen der Euro­päi­schen Gemein­schaft anwend­bar sind, die­se vor­ran­gig anzu­wen­den haben. Um Feh­ler bei der Rechts­an­wen­dung zu ver­mei­den und die­se grund­le­gen­de Ände­rung für jeder­mann ver­ständ­lich zu machen, sieht der vom Bun­des­ka­bi­nett heu­te ver­ab­schie­de­te Gesetz­ent­wurf – abge­se­hen von wei­te­ren Details – eine zen­tra­le Vor­schrift vor, die dem Anwen­der die Prü­fungs­rei­hen­fol­ge klar vor­gibt. Die­se Vor­schrift soll an die Spit­ze der inter­na­tio­nal­pri­vat­recht­li­chen Vor­schrif­ten des Ein­füh­rungs­ge­set­zes zum Bür­ger­li­chen Gesetz­bu­che gestellt wer­den, mit denen der Rechts­an­wen­der in der Regel auch bis­her sei­ne Rechts­prü­fung ein­ge­lei­tet hat.