Mus­ter­wi­der­rufs­be­leh­rung für Dar­lehns­ver­trä­ge

Das Bun­des­ka­bi­nett hat heu­te einen Gesetz­ent­wurf zur Ein­füh­rung einer Mus­ter­wi­der­rufs­be­leh­rung für Ver­brau­cher­dar­le­hens­ver­trä­ge ver­ab­schie­det. Mit dem gesetz­li­chen Mus­ter soll eine ver­läss­li­che Grund­la­ge dafür geschaf­fen wer­den, wie Ver­brau­cher über ihre Wider­rufs­rech­te beim Abschluss von Dar­le­hens­ver­trä­gern zu infor­mie­ren sind.

Mus­ter­wi­der­rufs­be­leh­rung für Dar­lehns­ver­trä­ge

Mit dem Gesetz­ent­wurf erfüllt die Bun­des­re­gie­rung einen Auf­trag des Deut­schen Bun­des­ta­ges aus dem Som­mer 2009, ein gesetz­li­ches Mus­ter für die Infor­ma­ti­on über das Wider­rufs­recht bei Dar­le­hens­ver­trä­gen ein­zu­füh­ren. Anlass war, dass bei einer man­gel­haf­ten Beleh­rung der Ver­brau­cher über ihre Rech­te Ver­trä­ge auch noch nach sehr lan­ger Zeit wider­ru­fen wer­den konn­ten. Mit Ver­wen­dung des gesetz­li­chen Mus­ters, die frei­wil­lig erfolgt, kann der Dar­le­hens­ge­ber dem­ge­gen­über davon aus­ge­hen, dass er alle gesetz­li­chen Beleh­rungs­pflich­ten ein­ge­hal­ten hat.

Das Mus­ter wird als Anhang dem Ein­füh­rungs­ge­setz zum Bür­ger­li­chen Gesetz­buch (EGBGB) ange­fügt und erhält dadurch den Rang eines for­mel­len Geset­zes.

Der Gesetz­ent­wurf ent­hält dar­über hin­aus auch eini­ge Anpas­sun­gen und Klar­stel­lun­gen zum Ver­brau­cher­dar­le­hens­recht. So soll es künf­tig den Dar­le­hens­ge­bern ermög­licht wer­den, Anga­ben, die sie zwin­gend in den Ver­trag hät­ten auf­neh­men müs­sen, auch noch nach Ver­trags­schluss nach­zu­ho­len, um so zu ver­hin­dern, dass der Dar­lehns­neh­mer den Dar­lehns­ver­trag wegen die­ses Ver­stos­ses auf Dau­er wider­ru­fen kann. Die Dar­lehns­neh­mer müs­sen aller­dings dar­auf hin­ge­wie­sen wer­den, dass die Wider­rufs­frist erst mit die­ser ergän­zen­den Infor­ma­ti­on zu lau­fen beginnt. Die Wider­rufs­frist beträgt in die­sen Fäl­len – wie auch sonst, wenn die Beleh­rung erst nach Ver­trags­schluss erfolgt, statt 14 Tage einen Monat.