Nega­ti­ve Fest­stel­lungs­kla­ge bei einem Dritt­rechts­ver­hält­nis – und die Kosten

Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs hat ein Urteil, das eine nega­ti­ve Fest­stel­lungs­kla­ge aus sach­li­chen Grün­den abweist, grund­sätz­lich die­sel­be Bedeu­tung wie ein Urteil, wel­ches das Gegen­teil des­sen, was mit der nega­ti­ven Fest­stel­lungs­kla­ge begehrt wird, posi­tiv feststellt.

Nega­ti­ve Fest­stel­lungs­kla­ge bei einem Dritt­rechts­ver­hält­nis – und die Kosten

Dem ent­spricht die Rechts­kraft­wir­kung eines der­ar­ti­gen Urteils. Mit der rechts­kräf­ti­gen Abwei­sung der nega­ti­ven Fest­stel­lungs­kla­ge wird des­halb zugleich posi­tiv rechts­kräf­tig aus­ge­spro­chen, dass dem Pro­zess­geg­ner der Anspruch zusteht, des­sen Nicht­be­stehen der Fest­stel­lungs­klä­ger gel­tend gemacht hat1.

Geht es wie hier um ein Dritt­rechts­ver­hält­nis, wirkt die Rechts­kraft jedoch nach all­ge­mei­nen pro­zes­sua­len Grund­sät­zen nur zwi­schen den Par­tei­en des Fest­stel­lungs­rechts­streits2. So auch im hier ent­schie­de­nen Fall, in dem eine Gel­tend­ma­chung des Fest­stel­lungs­be­geh­rens in gewill­kür­ter Pro­zess­stand­schaft der Ver­si­che­rungs­neh­mer durch die Ver­si­che­rung weder fest­ge­stellt noch sonst ersicht­lich ist.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 16. Sep­tem­ber 2021 – IX ZR 165/​19

  1. BGH, Urteil vom 11.10.2018 – I ZR 114/​17, NJW 2019, 1610 Rn. 27 mwN[]
  2. BGH, Urteil vom 30.03.1953 – IV ZR 241/​52, LM Nr. 4 zu § 325 ZPO; Stein/​Jonas/​Roth, ZPO, 23. Aufl., § 256 Rn. 127[]