Rauch­warn­mel­der – und ihr Ein­bau durch den Ver­mie­ter

Beab­sich­tigt der Ver­mie­ter den Ein­bau von Rauch­warn­mel­dern in sei­ne Miet­woh­nun­gen, besteht eine Dul­dungs­pflicht des Mie­ters grund­sätz­lich auch bei vor­an­ge­gan­ge­ner Selbst­aus­stat­tung durch den Mie­ter.

Rauch­warn­mel­der – und ihr Ein­bau durch den Ver­mie­ter

In den bei­den jetzt vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fäl­len aus Hal­le hat­te die Ver­mie­te­rin – in einem Fall eine Woh­nungs­bau­ge­sell­schaft, im ande­ren Fall eine Woh­nungs­bau­ge­nos­sen­schaft – beschlos­sen, den eige­nen Woh­nungs­be­stand ein­heit­lich mit Rauch­warn­mel­dern aus­zu­stat­ten und war­ten zu las­sen. In bei­den Fäl­len hat­ten die beklag­ten Mie­ter den Ein­bau mit Hin­weis dar­auf abge­lehnt, dass sie bereits eige­ne Rauch­warn­mel­der ange­bracht hät­ten.

Wie in der Vor­in­stanz das Land­ge­richt Hal­le 1 ent­schied nun auch der Bun­des­ge­richts­hof, dass die von den Ver­mie­tern beab­sich­tig­ten Maß­nah­men bau­li­che Ver­än­de­run­gen sind, die zu einer nach­hal­ti­gen Erhö­hung des Gebrauchs­werts und einer dau­er­haf­ten Ver­bes­se­rung der all­ge­mei­nen Wohn­ver­hält­nis­se im Sin­ne von § 555b Nr. 4 und 5 BGB füh­ren und des­halb von den Mie­tern zu dul­den sind. Dadurch, dass der Ein­bau und die spä­te­re War­tung der Rauch­warn­mel­der für das gesam­te Gebäu­de "in einer Hand" sind, wird ein hohes Maß an Sicher­heit gewähr­leis­tet, das zu einer nach­hal­ti­gen Ver­bes­se­rung auch im Ver­gleich zu einem Zustand führt, der bereits durch den Ein­bau der vom Mie­ter selbst aus­ge­wähl­ten Rauch­warn­mel­dern erreicht ist.

Dar­über hin­aus ergibt sich die Dul­dungs­pflicht der beklag­ten Mie­ter auch dar­aus, dass den Klä­ge­rin­nen der Ein­bau von Rauch­warn­mel­dern durch eine gesetz­li­che Ver­pflich­tung (§ 47 Abs. 4 BauO LSA) auf­er­legt ist und somit auf­grund von Umstän­den durch­zu­füh­ren ist, die von ihnen nicht zu ver­tre­ten sind (§ 555b Nr. 6 BGB).

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 17. Juni 2015 – – VIII ZR 216/​14 und VIII ZR 290/​14

  1. LG Hal­le, Urtei­le vom Urteil vom 30.06.2014 – 3 S 11/​14; und vom 22.09.2014 – 3 S 25/​14[]