Scha­dens­min­de­rungs­pflicht des Abtre­tungs­emp­fän­gers

Bei einem Scha­dens­er­satz­an­spruch – etwa nach einem Unfall – besteht für den Geschä­dig­ten die Pflicht, den Scha­den so gering wie mög­lich zu hal­ten. Die­se Scha­dens­min­de­rungs­pflicht bleibt auch dann bei dem Geschä­dig­ten, wenn der Scha­dens­er­satz­an­spruch kraft Geset­zes auf einen Drit­ten über­geht. Sol­che gesetz­li­chen For­de­rungs­über­gän­ge bestehen etwa im Rah­men der Sozi­al­ver­si­che­rung, etwa im Rah­men der Ein­tritts­pflicht der gesetz­li­chen Kran­ken­kas­sen, sowie bei pri­va­ten Unfall- oder Kran­ken­ver­si­che­run­gen usw.

Scha­dens­min­de­rungs­pflicht des Abtre­tungs­emp­fän­gers

In einem sol­chen Fall des gesetz­li­chen For­de­rungs­über­gangs kann die Oblie­gen­heit zur Scha­dens­min­de­rung in ent­spre­chen­der Anwen­dung des § 254 Abs. 2 BGB aus­nahms­wei­se den Zes­sio­nar tref­fen, wenn er den recht­li­chen und tat­säch­li­chen Ein­fluss auf die Scha­dens­ent­wick­lung in der Wei­se erlangt hat, dass die Zustän­dig­keit für die Scha­dens­min­de­rung weit­ge­hend auf ihn ver­la­gert ist und die Eigen­ver­ant­wor­tung des Geschä­dig­ten ent­spre­chend gemin­dert erscheint.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 17. Novem­ber 2009 – VI ZR 58/​08