Streit­wert­be­schwer­de in WEG-Sachen

Gegen die Fest­set­zung des Streit­werts in Woh­nungs­ei­gen­tums­sa­chen durch das Land­ge­richt als Beru­fungs­ge­richt fin­det gemäß § 68 Abs. 1 Satz 5 GKG i.V.m. § 66 Abs. 3 Satz 2 GKG die Beschwer­de an das Ober­lan­des­ge­richt statt.

Streit­wert­be­schwer­de in WEG-Sachen

Bei der Bestim­mung des Streit­werts gemäß § 49a GKG steht dem Gericht – auch dem Beschwer­de­ge­richt – ein pflicht­ge­mäß aus­zu­üben­des Ermes­sen zu. Anders ver­hält es sich ledig­lich in einem Ver­fah­ren der wei­te­ren Beschwer­de, in dem nur (noch) gerügt wer­den kann, dass die Ent­schei­dung des Beschwer­de­ge­richts auf einer Ver­let­zung des Rechts im Sin­ne der §§ 546, 547 ZPO beruht (§ 66 Abs. 4 Satz 2 GKG i.V.m. § 68 Abs. 1 Satz 5 GKG) und fol­ge­rich­tig anstel­le einer eigen­stän­di­gen Ermes­sens­aus­übung ledig­lich zu prü­fen ist, ob ein Ermes­sens­nicht- oder ‑fehl­ge­brauch vor­liegt.

Wird ein Beschluss über die Geneh­mi­gung einer Jah­res­ab­rech­nung ins­ge­samt ange­foch­ten und steht somit die gesam­te Jah­res­ab­rech­nung im Streit, bestimmt sich das Inter­es­se der Par­tei­en und aller Bei­gela­de­nen i.S.d. § 49a Abs. 1 Satz 1 GKG den­noch grund­sätz­lich nicht nach dem gesam­ten Nenn­be­trag der in der Abrech­nung als Aus­ga­ben ein­ge­stell­ten Kos­ten. Hier­an hat sich auch durch das Gesetz zur Ände­rung des Woh­nungs­ei­gen­tums­ge­set­zes und ande­rer Geset­ze vom 26. März 2007 1 nichts geän­dert 2.

Ober­lan­des­ge­richt Stutt­gart, Beschluss vom 12. Janu­ar 2012 – 13 W 38/​11

  1. BGBl. I, Sei­te 370[]
  2. eben­so OLG Koblenz, Beschluss vom 30.08.2010 – 1 W 54/​10, ZMR 2011, 56; Han­sea­ti­sches OLG, Beschluss vom 17.06.2010 – 9 W 34/​10, ZMR 2010, 873; a.A. OLG Bam­berg, Beschluss vom 29.07.2010 – 3 W 94/​10, ZMR 2011, 887[]