Susan oder Julia

Tren­nen sich Eltern, wer­den auch die Kin­der lei­der oft­mals in die Aus­ein­an­der­set­zun­gen ihrer Eltern hin­ein­ge­zo­gen. Und zum Teil ent­zün­det sich auch der Streit an dem zukünf­ti­gen Namen des Kin­des. Das Schles­wig-Hol­stei­ni­sche Ver­wal­tungs­ge­richt hat­te jetzt über den dann doch eher sel­te­nen Fall zu ent­schei­den, dass eine Mut­ter nach der Tren­nung die Ände­rung des Vor­na­mens ihrer Toch­ter von Susan in Julia gericht­lich durch­set­zen woll­te.

Susan oder Julia

Sie habe, so die Begrün­dung der Mut­ter, bereits von Anfang an ihre Toch­ter Julia genannt habe und nur bei Ärz­ten und Behör­den den Namen Susan benutzt. Nun wol­le auch ihre Toch­ter Julia hei­ßen. Der geschie­de­ne Vater hat­te der Namens­än­de­rung wider­spro­chen. Man habe sich bereits lan­ge vor der Geburt auf den Namen Susan geei­nigt. Die Toch­ter sei stets mit dem Vor­na­men zufrie­den gewe­sen. Die Namens­än­de­rung sei ihr von der Mut­ter sug­ge­riert wor­den. Die Klä­ge­rin ver­fol­ge damit das Ziel, die letz­ten Bin­dun­gen der Toch­ter zum Vater zu rau­ben.

Die Lan­des­haupt­stadt Kiel als zustän­di­ge Behör­de hat­te den Antrag der Mut­ter abge­lehnt. Dem folg­te das Schles­wi­ger Ver­wal­tungs­ge­richt mit der Begrün­dung, die Ände­rung des Vor­na­mens sei für das Wohl des Kin­des nicht erfor­der­lich, es gäbe kei­nen wich­ti­gen Grund. Ent­schei­dend ist bei einer spä­te­ren Namens­än­de­rung nicht der Wunsch der Mut­ter, son­dern allein das Wohl des Kin­des.

Schles­wig-Hol­stei­ni­sches Ver­wal­tungs­ge­richt, Urteil vom 19. März 2009 – 14 A 126/​08