Unfall­ersatz­ta­ri­fe und die Schwa­cke­lis­te

Eine Abtre­tungs­ver­ein­ba­rung, nach der ein Miet­wa­gen­un­ter­neh­men einem Geschä­dig­ten nach einem Ver­kehrs­un­fall einen Miet­wa­gen zur Ver­fü­gung stellt, ist nicht nach §§ 134 BGB, 3 RDG nich­tig, wenn das Miet­wa­gen­un­ter­neh­men hier­bei nicht geschäfts­mä­ßig Scha­dens­re­gu­lie­run­gen fort­führt.

Unfall­ersatz­ta­ri­fe und die Schwa­cke­lis­te

Die Schwa­cke­lis­te 2008 kann gemäß § 287 ZPO zur schätzwei­sen Bestim­mung des Nor­mal­ta­rifs für einen nach einem Ver­kehrs­un­fall ange­mie­te­ten Miet­wa­gen her­an­ge­zo­gen wer­den, es sei denn, es wer­den mit kon­kre­ten Tat­sa­chen Män­gel die­ser Schätz­grund­la­ge auf­ge­zeigt, die sich auch auf den kon­kret zu ent­schei­den­den Fall aus­wir­ken.

Bereits zu älte­ren Schwa­cke­lis­ten wur­de sei­tens der höchst- und ober­ge­richt­li­chen Recht­spre­chung aner­kannt, dass die­se eine geeig­ne­te Schätz­grund­la­ge für die Bestim­mung des sog. Nor­mal­ta­rifs für Miet­wa­gen dar­stel­len [1]. Ihnen geht die Eig­nung als Schätz­grund­la­ge nur dann abhan­den, wenn mit kon­kre­ten Tat­sa­chen Män­gel der betref­fen­den Schätz­grund­la­ge auf­ge­zeigt wer­den, die sich auf den zu ent­schei­den­den Fall aus­wir­ken [2].

Land­ge­richt Baden-Baden, Urteil vom 20. Mai 2010 – 3 S 78/​09

  1. vgl. zur Schwa­cke­lis­te 2003: BGH NJW 2009, 58; zur Schwa­cke­lis­te 2006: BGH NJW 2008, 1519; sowie OLG Karls­ru­he, Urtei­le vom 18.09.2007 – 13 U 217/​06; und vom 17.03.2008 – 1 U 17/​08[]
  2. vgl. nur BGH, Urteil vom 14.10.2008 – VI ZR 308/​07, m. w. N.[]