Vul­kan­asche­wol­ke des Eyjaf­jal­la­jökull und die zusätz­li­chen Rei­se­kos­ten

Wegen einer man­gel­haf­ten Rei­se kann ein Rei­sen­der Scha­dens­er­satz ver­lan­gen, wobei grund­sätz­lich ein Ver­schul­den des Rei­se­ver­an­stal­ters ver­mu­tet wird. Bei einem Flug­aus­fall auf­grund einer Vul­kan­asche­wol­ke han­delt es sich aber um höhe­re Gewalt, auf­grund des­sen der Ver­an­stal­ter nicht haft­bar gemacht wer­den kann.

Vul­kan­asche­wol­ke des Eyjaf­jal­la­jökull und die zusätz­li­chen Rei­se­kos­ten

So hat das Amts­ge­richt Mün­chen in dem hier vor­lie­gen­den Fall eines Rei­sen­den, der sei­nen Urlaub wegen einer Vul­kan­asche­wol­ke unfrei­wil­lig um 7 Tage ver­län­gern muss­te und die zusätz­li­chen Kos­ten vom Ver­an­stal­ter zurück­ver­langt. Er buch­te bei einem Münch­ner Rei­se­un­ter­neh­men eine ein­wö­chi­ge Pau­schal­rei­se nach Mom­ba­sa in Kenia. Der für Mit­te April 2010 geplan­te Rück­flug wur­de infol­ge der Vul­kan­asche­wol­ke des Eyjaf­jal­la­jökull abge­sagt. Der Rei­sen­de konn­te erst 7 Tage spä­ter den Nach­hau­se­weg antre­ten. Die­ser mach­te dem Rei­se­un­ter­neh­men gegen­über anschlie­ßend die zusätz­li­chen Unter­brin­gungs­kos­ten in Höhe von 180 Euro, Ver­dienst­aus­fall in Höhe von 583 Euro sowie Tele­fon­kos­ten in Höhe von 161,37 Euro gel­tend. Das Rei­se­un­ter­neh­men wei­ger­te sich zu zah­len. Schließ­lich kön­ne es für die Natur­ge­wal­ten nichts. Der Rei­sen­de erhob dar­auf hin Kla­ge.

Nach Auf­fas­sung des Amts­ge­richts Mün­chen kön­ne zwar ein Rei­sen­der wegen einer man­gel­haf­ten Rei­se Scha­den­er­satz ver­lan­gen. Dabei wer­de das Ver­schul­den des Rei­se­un­ter­neh­mens auch grund­sätz­lich ver­mu­tet, so dass es sei­ne Sache wäre, sich zu ent­las­ten. Aller­dings kön­ne im vor­lie­gen­den Fall als gerichts­be­kannt zugrun­de gelegt wer­den, dass der Flug­ver­kehr im maß­geb­li­chen Zeit­raum auf Grund der Vul­kan­asche­wol­ke gesperrt war und grund­sätz­lich kei­ne Flü­ge statt­fan­den.

Ein der­ar­ti­ges von außen kom­men­des Ereig­nis, das kei­nen betrieb­li­chen Zusam­men­hang auf­wei­se, nicht vor­her­seh­bar und auch durch äußers­te ver­nünf­ti­ger­wei­se zu erwar­ten­de Sorg­falt nicht abwend­bar sei, füh­re nicht zu einer Haf­tung des Beklag­ten. Es han­de­le sich viel­mehr um höhe­re Gewalt, für die die­ser nicht ver­ant­wort­lich gemacht wer­den kön­ne. Daher ste­he dem Klä­ger ein Scha­den­er­satz­an­spruch gegen den Rei­se­ver­an­stal­ter nicht zu.

Amts­ge­richt Mün­chen, Urteil vom 18. August 2011 – 222 C 10835/​11