Wider­ruf bei Haus­tür­ge­schäf­ten

Ein Wider­ruf bei Haus­tür­ge­schäf­ten ist auch mög­lich, wenn der Geschäfts­part­ner bei Ver­trags­schluß ledig­lich über Ver­mitt­ler tätig wird und von der Haus­tür­si­tua­ti­on kei­ne Kennt­nis hat. Mit die­sem jetzt ver­öf­fent­lich­ten Urteil hat der Bun­des­ge­richts­hof sei­ne Recht­spre­chung in Anpas­sung an ein Urteil des EuGH vom Okto­ber 2005 geän­dert:

Wider­ruf bei Haus­tür­ge­schäf­ten

Nach richt­li­ni­en­kon­for­mer Aus­le­gung des § 1 Haus­türWG muss ein Ver­trags-part­ner, der nicht selbst die Ver­trags­ver­hand­lun­gen führt, von der in der Per­son des Ver­hand­lungs­füh­rers bestehen­den Haus­tür­si­tua­ti­on kei­ne Kennt­nis haben. Eben­so wenig kommt es dar­auf an, ob den Ver­trags­part­ner an sei­ner Unkennt-nis ein Ver­schul­den trifft. Viel­mehr ist § 1 Haus­türWG immer dann anwend- bar, wenn objek­tiv eine Haus­tür­si­tua­ti­on bestan­den hat

BGH, Urteil vom 12. Dezem­ber 2005 – II ZR 327/​04