Bau­lohn­ab­rech­nung: Wor­auf ist zu ach­ten?

Eine Bau­lohn­ab­rech­nung ent­spricht grund­sätz­lich einer Lohn­ab­rech­nung. Lohn ist das Ent­gelt eines Arbeit­neh­mers für den Ein­satz sei­ner Arbeits­kraft inner­halb einer Fir­ma.

Bau­lohn­ab­rech­nung: Wor­auf ist zu ach­ten?

Es han­delt hier­bei um ein stun­den­wei­se abzu­rech­nen­des Ent­gelt. Dem­ge­gen­über steht das Gehalt, ein fixes (also in der Regel unver­än­der­li­che) Ent­gelt.

© Jan Jansen - Fotolia.com
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Lohn und Gehalt wer­den in einem Arbeits­ver­trag am Anfang des Beschäftigungs­ver­hält­nisses fest­ge­legt. Die­ser muss von bei­den Par­tei­en (Arbeit­ge­ber und Arbeit­neh­mer) veri­fi­ziert und unter­schrie­ben wer­den. Die Beschlie­ßung oder eine Ände­rung des Arbeits­ver­tra­ges sind nur gemein­sam mög­lich.

Ent­gelt wird in einer soge­nann­ten Ent­gel­tab­rech­nung auf­ge­schlüs­selt und in Text­form nie­der­ge­schrie­ben. Die Ent­gel­tab­rech­nung muss klar, ver­ständ­lich und nach­voll­zieh­bar für den Arbeit­neh­mer sein. Inner­halb der EU-Staa­ten hat die Ent­gel­tab­rech­nung in Euro zu erfol­gen. Dabei ist ent­schei­dend, wo sich der Sitz der Fir­ma befin­det. Der Auf­ent­halts- und Wohn­ort des Arbeit­neh­mers ist für die­sen Aspekt irrele­vant.

Bau­lohn­ab­rech­nung – spe­zi­el­le Form der Lohn­ab­rech­nung

So viel zu den Gemein­sam­kei­ten von Lohn­ab­rech­nung und Bau­lohn­ab­rech­nung – das allein reicht jedoch nicht aus, um eine Bau­ab­rech­nung zu defi­nie­ren. Die betrieb­li­chen Beson­der­hei­ten machen es nötig, meh­re­re Schlüs­sel anzu­wen­den.

Beson­de­re Umstän­de kön­nen sein:

  • Sai­so­na­le Bedin­gun­gen: Dazu gehö­ren zum Bei­spiel sai­so­na­les Kurz­ar­bei­ter­geld, Win­ter­geld, Win­ter­be­schäf­ti­gungs­um­la­ge
  • dar­an schlie­ßen sich die tarif­li­chen Kon­di­tio­nen an: Som­mer-und Win­ter­ar­beits­zeit, Arbeits­zeit­kon­ten (Frei­zeit- oder Ent­gelt­aus­gleich, Anspar­kon­ten
  • Beschäf­ti­gun­gen außer­halb der regu­lä­ren Arbeits­stät­te und die Berück­sich­ti­gung von Ver­pfle­gungs- und Über­nach­tungs­kos­ten sowie Zuschüs­se für ent­stan­de­ne Fahrt­kos­ten
  • und nicht zuletzt der gesetz­lich vor­ge­se­he­ne Abzug an die Sozi­al­kas­sen des Bau­ge­wer­bes.

Die gerech­tes­te (und für den Lohn­ab­rech­ner müh­sams­te) Ent­gel­tab­rech­nung besteht dar­in, jede ein­zel­ne Stun­de, die zur Berech­nung her­an­ge­zo­gen wer­den kann, aus­zu­zah­len.

Die­se Art der Berech­nung erfor­dert ein hohes Maß an Fle­xi­bi­li­tät und tie­fe Ein­bli­cke in die ein­zel­nen Bege­ben­hei­ten, wes­we­gen sich eini­ge Lohn­bü­ros auf die Ent­gel­tab­rech­nung im Bau­ge­wer­be spe­zia­li­siert haben.

Bau­ab­rech­nung erstel­len

Grund­la­ge für jede Bau­lohn­ab­rech­nung stellt der Bun­des­rah­men­ver­trag (BRVT) für das Bau­ge­wer­be.

Grund­vor­aus­set­zung für eine qua­li­ta­ti­ve Ent­gelt­be­rech­nung ist die Ver­wal­tung der Mit­ar­bei­ter und, oben bereits erwähnt, das Ein­be­zie­hen sai­so­na­ler Bege­ben­hei­ten sowie die dar­aus ent­stan­de­ne Not­wen­dig­keit von Arbeits­zeit­kon­ten.

Mel­de­pflicht beach­ten

Seit 2009 spielt es kei­ne Rol­le mehr, ob dau­er­haft ein­ge­setz­te Arbeits­kräf­te oder Kurz­ar­bei­ter in einem Betrieb vor­han­den sind. Jeder ein­zel­ne Mit­ar­bei­ter muss unver­züg­lich bei den Ren­ten­kas­sen gemel­det wer­den, und zwar bevor der Mit­ar­bei­ter sei­ne Tätig­keit für die Fir­ma auf­nimmt.

Arbeits­zeit­kon­ten und Schlecht­wet­ter­geld

Schlecht­wet­ter­geld wur­de in den fünf­zi­ger Jah­ren ein­ge­führt, um Bau­ar­bei­ter auch bei Wet­ter­la­gen, in denen kei­ne Arbeits­auf­nah­men mög­lich war, mit einem Ent­gelt zu ver­sor­gen. Die­se beson­de­re Form des Ent­gel­tes wur­de als Lohn­er­satz­leis­tung vom Arbeits­amt in der Zeit von Novem­ber bis ein­schließ­lich des letz­ten März­ta­ges des dar­auf fol­gen­den Jah­res aus­ge­zahlt. Ab 2006 wur­de es voll­stän­dig vom Sai­son-Kurz­ar­bei­ter­geld ersetzt. Das Ziel die­ser Art von Lohn­er­satz­leis­tun­gen ist, betrieb­li­chen Kün­di­gun­gen im Win­ter vor­zu­beu­gen und das win­ter­be­ding­te Lohn­aus­fall­ri­si­ko zu ver­mei­den.

Arbeits­zeit­kon­ten sind bei regel­mä­ßi­ger Füh­rung eine trans­pa­ren­te Metho­de und geeig­ne­tes Hilfs­mit­tel für eine Bau­lohn­ab­rech­nung. In ihnen wer­den erbrach­ten Stun­den, Aus­fäl­le und Urlaubs­ta­ge doku­men­tiert. So ist schnell ersicht­lich, wann ein Mit­ar­bei­ter sein tarif­li­ches Maxi­mum an Arbeits­stun­den über­schrit­ten hat und ein Aus­gleich in Form von zusätz­li­chen Frei­ta­gen oder einer Extra­ver­gü­tung erfol­gen soll­te. Im Gegen­zug ist Ent­gelt­ab­zug gerecht­fer­tigt, wenn der Mit­ar­bei­ter die fest­ge­leg­te Leis­tung an Stun­den nicht erbracht hat.

Mit Ein­be­zie­hung der genann­ten Fak­ten ent­ste­hen jeden Monat ande­re Ent­gel­te und damit ande­re Beträ­ge für die gesetz­li­chen Sozi­al­kas­sen. Hier ist von Sei­ten der Kas­sen als auch vom Lohn­ab­rech­ner oder Lohn­bü­ro Fle­xi­bi­li­tät gefragt.