Brut­to­lohn, Net­to­lohn – und der Erfül­lungs­ein­wand

Macht der Arbeit­ge­ber gel­tend, er habe vom Brut­to­lohn bereits die Bei­trä­ge und Steu­ern abge­führt, han­delt es sich um den Erfül­lungs­ein­wand aus § 362 BGB 1.

Brut­to­lohn, Net­to­lohn – und der Erfül­lungs­ein­wand

Die­ser Ein­wand kann nicht erst dann gel­tend gemacht wer­den, wenn der Arbeit­ge­ber die Steu­ern und Bei­trä­ge tat­säch­lich abge­führt hat, son­dern bereits dann, wenn er die Beträ­ge zur Abfüh­rung beim Finanz­amt und der Kran­ken­kas­se als Ein­zugs­stel­le ange­mel­det hat 2.

Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts ent­steht für den Arbeit­ge­ber mit der Abfüh­rung von Steu­ern und Bei­trä­gen für den Arbeit­neh­mer ein spe­zi­el­ler Erfül­lungs­ein­wand gegen­über der Brut­to­lohn­for­de­rung des Arbeit­neh­mers 1.

Die­ser kann nicht erst dann gel­tend gemacht wer­den, wenn der Arbeit­ge­ber die Steu­ern und Bei­trä­ge tat­säch­lich abge­führt hat, son­dern bereits dann, wenn er die Beträ­ge zur Abfüh­rung beim Finanz­amt und der Kran­ken­kas­se als Ein­zugs­stel­le ange­mel­det hat 2.

Lan­des­ar­beits­ge­richt Meck­len­burg ‑Vor­pom­mern, Urteil vom 21. Juli 2015 – 2 Sa 140/​14

  1. BAG 30.04.2008 – 5 AZR 725/​07BAGE 126, 325, AP Nr. 4 zu § 28g SGB IV, DB 2008, 2600[][]
  2. BAG aaO[][]