Der Streit um die Gehalts­er­hö­hung – und die Fest­stel­lungs­kla­ge

Zwar kön­nen nach § 256 ZPO nur Rechts­ver­hält­nis­se Gegen­stand einer Fest­stel­lungs­kla­ge sein, nicht hin­ge­gen blo­ße Ele­men­te oder Vor­fra­gen eines Rechts­ver­hält­nis­ses.

Der Streit um die Gehalts­er­hö­hung – und die Fest­stel­lungs­kla­ge

Eine Fest­stel­lungs­kla­ge muss sich aller­dings nicht not­wen­dig auf ein Rechts­ver­hält­nis ins­ge­samt erstre­cken. Sie kann sich viel­mehr auf ein­zel­ne Bezie­hun­gen oder Fol­gen aus einem Rechts­ver­hält­nis, auf bestimm­te Ansprü­che oder Ver­pflich­tun­gen sowie auf den Umfang einer Leis­tungs­pflicht beschrän­ken 1.

Vor­lie­gend geht es um die Fra­ge, ob und ggf. in wel­cher Höhe der Arbeit­neh­mer, der Vor­sit­zen­de des Betriebs­rats, einen Anspruch auf Anhe­bung sei­ner Ver­gü­tung zum 1.01.2014 auf­grund einer zum 1.01.2014 nach § 37 Abs. 4 BetrVG bestehen­den Anpas­sungs­pflicht hat­te und damit um die Klä­rung des Umfangs der Leis­tungs­pflicht der Arbeit­ge­be­rin.

Das nach § 256 Abs. 1 ZPO erfor­der­li­che Fest­stel­lungs­in­ter­es­se ist gege­ben. Die Arbeit­ge­be­rin stellt eine Ver­pflich­tung zur Ver­gü­tungs­er­hö­hung in Abre­de.

Der Vor­rang der Leis­tungs­kla­ge greift nicht, da die begehr­te Fest­stel­lung geeig­net ist, den Streit der Par­tei­en über die Durch­füh­rung und Berech­nung der Gehalts­an­pas­sung nach § 37 Abs. 4 BetrVG end­gül­tig bei­zu­le­gen 2.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 21. Febru­ar 2018 – 7 AZR 587/​16

  1. vgl. BAG 17.04.2012 – 3 AZR 481/​10, Rn. 16[]
  2. vgl. zum Fest­stel­lungs­in­ter­es­se: BAG 12.02.2013 – 3 AZR 100/​11, Rn. 13, BAGE 144, 231; 17.04.2012 – 3 AZR 481/​10, Rn. 17; 15.11.2011 – 3 AZR 113/​10, Rn. 18[]