Her­aus­ga­be eines Voll­stre­ckungs­ti­tels

Eine auf § 371 BGB ana­log gestütz­te Kla­ge auf Her­aus­ga­be der voll­streck­ba­ren Aus­fer­ti­gung eines unter § 794 ZPO fal­len­den Titels ist zuläs­sig, wenn über eine Voll­stre­ckungs­ab­wehr­kla­ge rechts­kräf­tig zuguns­ten des Her­aus­ga­be­klä­gers ent­schie­den wor­den ist und die Erfül­lung der dem Titel zugrun­de lie­gen­den For­de­rung zwi­schen den Par­tei­en unstrei­tig ist oder vom Titel­schuld­ner zur Über­zeu­gung des Gerichts bewie­sen wird. Unter die­sen Vor­aus­set­zun­gen ist eine Umge­hung der Vor­schrif­ten über die Voll­stre­ckungs­ab­wehr­kla­ge nicht zu befürch­ten1.

Her­aus­ga­be eines Voll­stre­ckungs­ti­tels

Da im vor­lie­gen­den Ver­fah­ren die Voll­stre­ckungs­ab­wehr­kla­ge mit dem Antrag auf Her­aus­ga­be des Voll­stre­ckungs­ti­tels ver­bun­den ist und der Antrag nach § 767 Abs. 1 ZPO der Her­aus­ga­be­kla­ge vor­geht, steht mit der Ent­schei­dung des Bun­des­ar­beits­ge­richts über die Voll­stre­ckungs­ab­wehr­kla­ge rechts­kräf­tig fest, dass die Zwangs­voll­stre­ckung aus dem zugrun­de lie­gen­den Titel unzu­läs­sig ist. Eine Umge­hung der Bestim­mun­gen über die Voll­stre­ckungs­ab­wehr­kla­ge ist damit nicht zu befürch­ten.

Aus der ent­spre­chen­den Anwen­dung des § 371 BGB ergibt sich ein Anspruch auf Her­aus­ga­be der voll­streck­ba­ren Aus­fer­ti­gung des Voll­stre­ckungs­ti­tels, wenn die Schuld mit Sicher­heit erlo­schen ist oder von Anfang an nicht bestan­den hat. Dafür genügt es aller­dings nicht, dass die Voll­stre­ckung gemäß § 767 Abs. 1 ZPO end­gül­tig für unzu­läs­sig erklärt wor­den ist. Die Voll­stre­ckungs­ab­wehr­kla­ge ist eine rein pro­zess­recht­li­che Kla­ge auf ein rechts­ge­stal­ten­des – auf die Besei­ti­gung der Voll­streck­bar­keit gerich­te­tes – Urteil, das kei­ne rechts­kräf­ti­ge Fest­stel­lung des Nicht-(mehr)-Bestehens des mate­ri­ell-recht­li­chen Anspruchs zum Inhalt hat2.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Beschluss vom 19. Juni 2012 – 1 ABR 35/​11

  1. BGH 5.03.2009 – IX ZR 141/​07, Rn. 16, NJW 2009, 1671
  2. vgl. BGH 22.09.1994 – IX ZR 165/​93 – zu I 3 der Grün­de, BGHZ 127, 146