Nichtzulassungsbeschwerde beim Beschlussverfahren – und der Vertretungszwang

Nach § 77 Satz 2, § 72a Abs. 2 Satz 1 ArbGG ist die Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revisionsbeschwerde beim Bundesarbeitsgericht innerhalb einer Notfrist von einem Monat nach Zustellung des in vollständiger Form abgefassten Beschlusses einzulegen. Ihre Einlegung muss – ebenso wie ihre Begründung – durch einen Rechtsanwalt oder einen der anderen in § 11 Abs. 4 Satz 2 und Satz 3 iVm. § 11 Abs. 2 Satz 2 Nr. 4 und Nr. 5 ArbGG genannten Bevollmächtigten erfolgen.

Nichtzulassungsbeschwerde beim Beschlussverfahren – und der Vertretungszwang

Vor dem Bundesarbeitsgericht muss sich eine Partei gemäß § 11 Abs. 4 Satz 1 ArbGG durch einen Prozessbevollmächtigten vertreten lassen. Dies können nach § 11 Abs. 4 Satz 2 ArbGG Rechtsanwälte oder die in § 11 Abs. 2 Satz 2 Nr. 4 und Nr. 5 ArbGG genannten postulationsfähigen Verfahrensbevollmächtigten sein1.

Die Notwendigkeit der Vertretung erfasst auch die Nichtzulassungsbeschwerde nach § 77 Satz 2 ArbGG2. Dies ergibt sich aus § 11 Abs. 4 Satz 1 ArbGG. Eine Ausnahme vom Vertretungszwang nach § 11 Abs. 4 ArbGG ist für das Nichtzulassungsbeschwerdeverfahren nicht vorgesehen. § 77 Satz 2 ArbGG verweist auf § 72a ArbGG. Damit gelten für die Nichtzulassungsbeschwerde gegen den Beschluss des Landesarbeitsgerichts, der die Berufung verwirft, ohne die Revisionsbeschwerde zuzulassen, dieselben Regelungen wie für die Nichtzulassungsbeschwerde nach § 72a ArbGG. Dazu gehört auch der Vertretungszwang bei der Einlegung und Begründung der Beschwerde3.

Ist die Nichtzulassungsbeschwerde danach nicht ordnungsgemäß eingelegt, ist sie unzulässig.

Bundesarbeitsgericht, Beschluss vom 31. Juli 2019 – 9 AZM 9/19

  1. vgl. BAG 2.10.2018 – 5 AZR 376/17, Rn. 41, BAGE 163, 326[]
  2. vgl. GMP/Germelmann/Künzl 9. Aufl. § 11 Rn. 122[]
  3. vgl. BAG 18.08.2015 – 7 ABN 32/15, Rn. 5 ff., BAGE 152, 209; 20.09.2011 – 9 AZN 582/11, Rn. 5[]