Tarif­ver­trä­ge in der Zeit­ar­beit – die unend­li­che Geschich­te der CGZP ist zuen­de

Das Bun­des­ar­beits­ge­richt in Erfurt hat die Dis­kus­si­on um die Tarif­fä­hig­keit der am 11. Dezem­ber 2002 gegrün­de­ten Tarif­ge­mein­schaft Christ­li­cher Gewerk­schaf­ten für Zeit­ar­beit und Per­so­nal­ser­vice­agen­tu­ren (CGZP) end­gül­tig been­det: Die CGZP war zu kei­nem Zeit­punkt tarif­fä­hig.

Tarif­ver­trä­ge in der Zeit­ar­beit – die unend­li­che Geschich­te der CGZP ist zuen­de

Das Bun­des­ar­beits­ge­richt hat bereits im Dezem­ber 2010 ent­schie­den 1, dass die CGZP sie kei­ne Spit­zen­or­ga­ni­sa­ti­on ist, die in eige­nem Namen Tarif­ver­trä­ge abschlie­ßen kann. Die zeit­li­chen Wir­kun­gen die­ses Beschlus­ses des Bun­des­ar­beits­ge­richts betra­fen die im Ent­schei­dungs­zeit­punkt gel­ten­de Sat­zung der CGZP und waren daher auf den Zeit­raum ab dem 8. Okto­ber 2009 beschränkt.

Das Lan­des­ar­beits­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg hat in der Fol­ge 2 die feh­len­de Tarif­fä­hig­keit der CGZP auch im zeit­li­chen Gel­tungs­be­reich ihrer frü­he­ren Sat­zun­gen vom 11. Dezem­ber 2002 und vom 5. Dezem­ber 2005 fest­ge­stellt. Die hier­ge­gen gerich­te­te Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt am 22. Mai 2012 zurück­ge­wie­sen.

In zwei wei­te­ren Ent­schei­dun­gen vom Fol­ge­tag hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt zudem ent­schie­den, dass durch sei­nen Beschluss vom 14. Dezem­ber 2010 und die Ent­schei­dung des Lan­des­ar­beits­ge­richts Ber­lin-Bran­den­burg vom 9. Janu­ar 2012 die feh­len­de Tarif­fä­hig­keit der CGZP seit ihrer Grün­dung rechts­kräf­tig fest­ge­stellt ist.

Die bei den Arbeits- und Sozi­al­ge­rich­ten anhän­gi­gen Ver­fah­ren, in denen sich die Tarif­fä­hig­keit der CGZP als ent­schei­dungs­er­heb­li­che Vor­fra­ge stellt, kön­nen damit nun­mehr ohne die erneu­te Ein­lei­tung eines Beschluss­ver­fah­rens nach § 97 ArbGG fort­ge­führt wer­den.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Beschluss vom 22. Mai 2012 – 1 ABN 27/​12
Bun­des­ar­beits­ge­richt, Beschlüs­se vom 23. Mai 2012 – 1 AZB 58/​11 und 1 AZB 67/​11

  1. BAG, Beschluss vom 14.12.2010 – 1 ABR 19/​10[]
  2. LAG Ber­lin-Bran­den­burg, Beschluss vom 09.01.2012 – 24 TaBV 1285/​11 ua. []