Wider­ruf einer in All­ge­mei­nen Geschäfts­be­din­gun­gen gere­gel­ten Zula­ge

Der Wider­ruf einer in All­ge­mei­nen Geschäfts­be­din­gun­gen ver­spro­che­nen Leis­tung des Arbeit­ge­bers darf nicht grund­los erfol­gen. Seit dem 1. Janu­ar 2002 müs­sen die Wider­rufs­grün­de in der Ver­trags­klau­sel ange­ge­ben wer­den. Fehlt die­se Anga­be, ist die Klau­sel nach § 308 Nr. 4, § 307 BGB unwirk­sam.

Wider­ruf einer in All­ge­mei­nen Geschäfts­be­din­gun­gen gere­gel­ten Zula­ge

Die hier­durch ent­stan­de­ne Ver­trags­lü­cke kann in vor dem 1. Janu­ar 2002 ver­ein­bar­ten Klau­seln im Wege ergän­zen­der Ver­trags­aus­le­gung geschlos­sen wer­den. Dabei ist es uner­heb­lich, ob der Arbeit­ge­ber dem Arbeit­neh­mer in der gesetz­li­chen Über­gangs­frist bis zum 31. Dezem­ber 2002 eine Anpas­sung der Klau­sel an den stren­ge­ren Rechts­zu­stand ange­tra­gen hat.

In dem jetzt vom Bun­de­ar­beits­ge­richt ent­schie­de­nen Rechts­streit ist der Klä­ger ist beim beklag­ten Ver­ein als Tier­arzt tätig. Der 1990 vom Beklag­ten vor­for­mu­lier­te Arbeits­ver­trag sah die Gewäh­rung einer wider­ruf­li­chen Zula­ge vor. Mit Schrei­ben vom 19. Sep­tem­ber 2007 wider­rief der Beklag­te die­se zum 31. Dezem­ber 2007. Hier­ge­gen wen­det sich der Klä­ger.

Das erst­in­stanz­lich mit der Kla­ge befass­te Arbeits­ge­richt hat die Kla­ge abge­wie­sen. Auf die Beru­fung des Klä­gers hat ihr das Lan­des­ar­beits­ge­richt Mün­chen statt­ge­ge­ben 1.

Auf die Revi­si­on des Beklag­ten ist die Sache nun vom Bun­des­ar­beits­ge­richt an das Lan­des­ar­beits­ge­richt Mün­chen zur wei­te­ren Sach­auf­klä­rung über die behaup­te­ten wirt­schaft­li­chen Grün­de zurück­ver­wie­sen wor­den. Die Klau­sel ist nur des­halb unwirk­sam, so das Bun­des­ar­beits­ge­richt, weil sie in for­mel­ler Hin­sicht den stren­ge­ren, seit dem 1. Janu­ar 2003 gel­ten­den Anfor­de­run­gen nicht genügt. Zur Ver­hin­de­rung einer unzu­läs­si­gen Rück­wir­kung des durch die Schuld­rechts­mo­der­ni­sie­rung geän­der­ten BGB und zur Schlie­ßung der ent­stan­de­nen Ver­trags­lü­cke ist eine ergän­zen­de Ver­trags­aus­le­gung gebo­ten.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 20. April 2011 – 5 AZR 191/​10

  1. LAG Mün­chen, Urteil vom 08.12.2009 – 7 Sa 584/​09[]