Fris­ten­kon­trol­le – und die Vor­la­ge der Hand­ak­te

Nach stän­di­ger Recht­spre­chung sowohl des Bun­des­ar­beits­ge­richts als auch des Bun­des­ge­richts­hofs hat ein Rechts­an­walt bei jeder Vor­la­ge der Hand­ak­ten im Zusam­men­hang mit einer frist­ge­bun­de­nen Pro­zess­hand­lung eigen­ver­ant­wort­lich zu prü­fen, wann die Frist für die Pro­zess­hand­lung abläuft. Wer­den einem Rechts­an­walt die Hand­ak­ten zur Anfer­ti­gung einer Rechts­mit­tel­schrift vor­ge­legt, hat er neben der Prü­fung der Rechts­mit­tel­frist auch die ord­nungs­ge­mä­ße Notie­rung der zu die­sem Zeit­punkt bereits fest­ste­hen­den Rechts­mit­tel­be­grün­dungs­frist zu prü­fen 1.

Fris­ten­kon­trol­le – und die Vor­la­ge der Hand­ak­te

Der Pro­zess­be­voll­mäch­tig­te ist daher ver­pflich­tet, aus Anlass der Ein­le­gung des Rechts­mit­tels die notier­te Negrün­dungs­frist zu prü­fen und – soweit sie falsch berech­net ist und neu berech­net wer­den muss, zu kor­ri­gie­ren. Geschieht dies nicht, ist die­ses Ver­schul­den ihres Pro­zess­be­voll­mäch­tig­ten der Par­tei zuzu­rech­nen.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 18. Juni 2015 – 8 AZR 556/​14

  1. vgl. BAG 17.01.2012 – 3 AZR 572/​09, Rn. 14; 31.01.2008 – 8 AZR 27/​07, Rn. 21, BAGE 125, 333; 18.01.2006 – 9 AZR 454/​04, Rn. 15 ff.; 10.01.2003 – 1 AZR 70/​02, zu II 3 c der Grün­de; BGH 3.05.2011 – VI ZB 4/​11, Rn. 6; 19.04.2005 – X ZB 31/​03[]