Der Weg vom Bett ins Homeoffice

Ein Beschäftigter, der auf dem morgendlichen erstmaligen Weg vom Bett ins Homeoffice stürzt, ist durch die gesetzliche Unfallversicherung geschützt.

Der Weg vom Bett ins Homeoffice

In dem hier vom Bundessozialgericht entschiedenen Fall befand sich der Arbeitnehmer auf dem Weg zur Arbeitsaufnahme von seinem Schlafzimmer in das eine Etage tiefer gelegene häusliche Büro. Üblicherweise beginnt er dort unmittelbar zu arbeiten, ohne vorher zu frühstücken. Beim Beschreiten der die Räume verbindenden Wendeltreppe rutschte er aus und brach sich einen Brustwirbel. Die beklagte Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik (BGHW) lehnte Leistungen aus Anlass des Unfalls ab.

Während das Sozialgericht Aachen den erstmaligen morgendlichen Weg vom Bett ins Homeoffice als versicherten Betriebsweg ansah1, beurteilte das Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen ihn als unversicherte Vorbereitungshandlung, die der eigentlichen Tätigkeit nur vorausgeht2. Das Bundessozialgericht hat die zusprechende Entscheidung des Sozialgerichts Aachen wiederhergestellt:

Der Arbeitnehmer hat einen Arbeitsunfall erlitten, als er auf dem morgendlichen Weg in sein häusliches Büro (Homeoffice) stürzte. Das Beschreiten der Treppe ins Homeoffice diente nach den verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz allein der erstmaligen Arbeitsaufnahme und ist deshalb als Verrichtung im Interesse des Arbeitgebers als Betriebsweg versichert.

Bundessozialgericht, Urteil vom 8. Dezember 2021 – B 2 U 4/21 R

  1. SG Aachen, Urtiel vom 14.06.2019 – S 6 U 5/19[]
  2. LSG NRW, Urteil vom 09.11.2020 – L 17 U 487/19[]

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