Nach­zah­lung von "Ghet­to-Ren­ten"

Für Nach­zah­lun­gen auf­grund von Über­prü­fungs­be­schei­den zu den soge­nann­ten Ghet­to-Ren­ten gel­ten kei­ne Son­der­re­geln. Auch inso­weit sind nach Ansicht des Bun­des­so­zi­al­ge­richts Leis­tun­gen rück­wir­kend für höchs­tens vier Jah­re zu zah­len.

Nach­zah­lung von "Ghet­to-Ren­ten"

Das Bun­des­so­zi­al­ge­richt hat­te durch Urtei­le vom Juni 2009 den Zugang zu Ghet­to-Ren­ten erleich­tert. Vie­le Ren­ten­an­trä­ge, die nach der geän­der­ten Recht­spre­chung begrün­det waren, waren jedoch schon vor­her unan­fecht­bar abge­lehnt wor­den. Eine gro­ße Zahl ehe­ma­li­ger Ghet­to-Arbei­ter bean­trag­te des­halb bei den zustän­di­gen Ren­ten­ver­si­che­rungs­trä­gern, die bin­den­de Ableh­nung frü­he­rer Renten­anträge noch­mals zu über­prü­fen. Dies hat­te auf der Grund­la­ge der Vor­schrift des § 44 SGB X viel­fach Erfolg. Die ent­spre­chen­den Ren­ten wur­den (bei Antrag­stel­lung im Jah­re 2009) rück­wir­kend ab Janu­ar 2005 gezahlt. Die Betrof­fe­nen klag­ten jedoch auf eine weiter­gehende Rück­wir­kung ab Juli 1997. Sie berie­fen sich auf eine Bestim­mung im "Gesetz zur Zahlbar­machung von Ren­ten aus Beschäf­ti­gun­gen in einem Ghet­to" (ZRBG), die für bis zum 30. Juni 2003 gestell­te Ren­ten­an­trä­ge eine sol­che Rück­wir­kung vor­sieht. Die Sozi­al­ge­rich­te haben unter­schied­lich ent­schie­den.

Nun­mehr hat der 13. Senat des Bun­des­so­zi­al­ge­richts bekräf­tigt, dass für die Rück­wir­kung von Über­prüfungsanträgen bei Ghet­to-Ren­ten nichts ande­res gilt als auch sonst im Ren­ten­recht. Die im Ver­gleich zu ande­ren Rechts­ge­bie­ten groß­zü­gi­ge sozi­al­recht­li­che Rege­lung in § 44 SGB X ist vom Ge­setzgeber für den Anwen­dungs­be­reich des ZRBG nicht erwei­tert wor­den. Eine Rück­wir­kung ab Juli 1997 ist nur für Ren­ten­an­trä­ge vor­ge­se­hen, die bis Ende Juni 2003 gestellt wur­den, nicht jedoch für spä­te­re Über­prü­fungs­an­trä­ge. Dies ist nach Ansicht des Bun­des­so­zi­al­ge­richts auch nicht ver­fas­sungs­wid­rig.

Bun­des­so­zi­al­ge­richt, Urtei­le vom 7. Febru­ar 2012 – B 13 R 40/​11 R und B 13 R 72/​11 R