Vor­steu­er­ab­zug trotz Karus­sel­ge­schäft

Einem Unter­neh­men, dass unwis­sent­lich an einem Karus­sel­ge­schäft betei­ligt ist, kann gleich­wohl der Vor­steu­er­ab­zug zuste­hen. Dies geht aus einem jetzt ver­öf­fent­lich­ten Urteil des Euro­päi­schen Gerichts­hof her­vor, der damit die Pra­xis nicht nur der deut­schen Finanz­ver­wal­tung kor­ri­giert.

Vor­steu­er­ab­zug trotz Karus­sel­ge­schäft

Mit den tro­cke­nen Wor­ten des EuGH:

Umsät­ze …, die nicht selbst mit einem Mehr­wert­steu­er­be­trug behaf­tet sind, sind Lie­fe­run­gen von Gegen­stän­den, die ein Steu­er­pflich­ti­ger als sol­cher aus­führt, und eine wirt­schaft­li­che Tätig­keit im Sin­ne der Arti­kel 2 Num­mer 1, 4 und 5 Absatz 1 der Sechs­ten Richt­li­nie 77/​388/​EWG des Rates vom 17. Mai 1977 zur Har­mo­ni­sie­rung der Rechts­vor­schrif­ten der Mit­glied­staa­ten über die Umsatz­steu­ern – Gemein­sa­mes Mehr­wert­steu­er­sys­tem: ein­heit­li­che steu­er­pflich­ti­ge Bemes­sungs­grund­la­ge in der durch die Richt­li­nie 97/​7/​EG des Rates vom 10. April 1995 geän­der­ten Fas­sung, wenn sie die objek­ti­ven Kri­te­ri­en erfül­len, auf denen die­se Begrif­fe beru­hen, ohne dass es auf die Absicht eines von dem betrof­fe­nen Steu­er­pflich­ti­gen ver­schie­de­nen, an der­sel­ben Lie­fer­ket­te betei­lig­ten Händ­lers und/​oder den mög­li­cher­wei­se betrü­ge­ri­schen Zweck – den die­ser Steu­er­pflich­ti­ger weder kann­te noch ken­nen konn­te – eines ande­ren Umsat­zes ankommt, der Teil die­ser Ket­te ist und der dem Umsatz, den der betref­fen­de Steu­er­pflich­ti­ge getä­tigt hat, vor­aus­geht oder nach­folgt. Das Recht eines Steu­er­pflich­ti­gen, der sol­che Umsät­ze aus­führt, auf Vor­steu­er­ab­zug wird auch nicht dadurch berührt, dass in der Lie­fer­ket­te, zu der die­se Umsät­ze gehö­ren, ohne dass die­ser Steu­er­pflich­ti­ge hier­von Kennt­nis hat oder haben kann, ein ande­rer Umsatz, der dem vom Steu­er­pflich­ti­gen getä­tig­ten Umsatz vor­aus­geht oder nach­folgt, mit einem Mehr­wert­steu­er­be­trug behaf­tet ist.

EuGH, Urteil vojm 12. Janu­ar 2006 in den ver­bun­de­nen Rechts­sa­chen C‑354/​03, C‑355/​03 und C‑484/​03