Betreu­ungs­ver­fah­ren – und die Ver­wert­bar­keit des Sach­ver­stän­di­gen­gut­ach­tens

Aktu­ell hat­te sich der Bun­des­ge­richts­hof mit der Ver­wert­bar­keit eines Sach­ver­stän­di­gen­gut­ach­tens in einem Betreu­ungs­ver­fah­ren zu befas­sen:

Betreu­ungs­ver­fah­ren – und die Ver­wert­bar­keit des Sach­ver­stän­di­gen­gut­ach­tens

Wird die­ses Gut­ach­ten ohne die gemäß § 280 Abs. 2 Satz 1 FamFG erfor­der­li­che Unter­su­chung des Betrof­fe­nen erstellt, ist es grund­sätz­lich nicht ver­wert­bar 1.

Im übri­gen darf das Gericht sei­ner Ent­schei­dung kein Gut­ach­ten zugrun­de legen, das ent­ge­gen § 37 Abs. 2 FamFG dem Betrof­fe­nen nicht im Wort­laut bekannt­ge­ge­ben wur­de 2.

Aller­dings wirkt die Bekannt­ga­be des Gut­ach­tens an den Ver­fah­rens­be­voll­mäch­tig­ten als den rechts­ge­schäft­li­chen Ver­tre­ter des Betrof­fe­nen für und gegen die­sen 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 27. Febru­ar 2019 – XII ZB 444/​18

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 11.07.2018 XII ZB 399/​17 Fam­RZ 2018, 1601 Rn. 9 ff. mwN[]
  2. vgl. zu die­sem Erfor­der­nis etwa BGH, Beschluss vom 26.09.2018 XII ZB 395/​18 Fam­RZ 2019, 139 Rn. 7 mwN[]
  3. vgl. BGH, Beschluss vom 28.03.2018 XII ZB 168/​17 Fam­RZ 2018, 954 Rn. 10 mwN[]