Betrieb­li­che Alters­ver­sor­gung von Tele­kom und Bun­des­post im Ver­sor­gungs­aus­gleich

Im Ver­sor­gungs­aus­gleich ist neben dem Anrecht bei der Deut­sche Tele­kom RSS GmbH auch ein par­al­lel­ver­pflich­ten­des ruhen­des Anrecht bei der Ver­sor­gungs­an­stalt der Deut­schen Bun­des­post (VAP) zu tei­len 1.

Betrieb­li­che Alters­ver­sor­gung von Tele­kom und Bun­des­post im Ver­sor­gungs­aus­gleich

Setzt sich eine betrieb­li­che Alters­ver­sor­gung aus ver­schie­de­nen Bau­stei­nen mit unter­schied­li­chen wert­bil­den­den Fak­to­ren zusam­men, ist jeder Bau­stein im Ver­sor­gungs­aus­gleich wie ein ein­zel­nes Anrecht geson­dert zu behan­deln und aus­zu­glei­chen 2.

Das Inter­es­se des geson­der­ten Aus­gleichs der bei einem Nach­fol­ge­un­ter­neh­men der frü­he­ren Deut­schen Bun­des­post bestehen­den Bau­stei­ne und deren ein­deu­ti­ge Bezeich­nung in der Beschluss­for­mel kann, soweit es die Tei­lung eines par­al­lel­ver­pflich­ten­den Anrechts betrifft, auch die VAP ver­fol­gen.

Wie der Bun­des­ge­richts­hof bereits ent­schie­den hat, ist die bei der VAP bestehen­de Par­al­lel­ver­pflich­tung in den Ver­sor­gungs­aus­gleich ein­zu­be­zie­hen. Die Merk­ma­le eines aus­zu­glei­chen­den Anrechts im Sin­ne des § 2 Abs. 1 Vers- Aus­glG wer­den durch das bei der VAP bestehen­de Anrecht erfüllt. Zwar ruht der Anspruch gegen die VAP inso­weit, als der Berech­tig­te auf­grund einer bestehen­den Par­al­lel­ver­pflich­tung – hier der Deut­sche Tele­kom RSS GmbH – lau­fen­de oder kapi­ta­li­sier­te Ver­sor­gungs- oder ver­sor­gungs­ähn­li­che Bezü­ge erhält (§ 33 Abs. 2 Satz 1 VAP-Sat­zung). Gleich­wohl besteht das bei der VAP begrün­de­te Anrecht auf eine Zusatz­ren­te selbst­stän­dig neben dem bei der Par­al­lel­ver­pflich­te­ten begrün­de­ten Anrecht auf eine Betriebs­ren­te, so dass bei­de Anrech­te neben­ein­an­der in die Ver­sor­gungs­aus­gleichs­bi­lanz ein­zu­stel­len sind und die bei der VAP begrün­de­te Zusatz­ren­te zum Ver­sor­gungs­aus­gleich her­an­ge­zo­gen wer­den kann 3.

Bei der exter­nen Tei­lung muss daher auch das bei der VAP bestehen­de Anrecht geteilt wer­den, um die Gestal­tungs­wir­kung der Anrechts­tei­lung auch für die­ses Anrecht her­bei­zu­füh­ren. Aller­dings kann die VAP nicht (mit)verpflichtet wer­den, den nach § 14 Abs. 4 VersAus­glG geschul­de­ten Aus­gleichs­wert als Kapi­tal­be­trag zu zah­len. Denn in ent­spre­chen­der Anwen­dung des § 33 Abs. 2 Satz 1 VAP-Sat­zung ruht auch die­ser Anspruch, soweit die Deut­sche Tele­kom RSS GmbH die gegen sie nach § 14 Abs. 4 VersAus­glG, § 222 Abs. 3 FamFG erge­hen­de Zah­lungs­an­ord­nung erfüllt, wovon aus­zu­ge­hen ist 4.

Trifft das par­al­lel­ver­pflich­ten­de Anrecht (hier: Anrecht aus der "ZU Par­al­lel­ver­pflich­tung") mit ande­ren Anrech­ten bei dem­sel­ben Rechts­trä­ger (hier: Anrecht aus "TV Kapi­tal­kon­ten­plan") zusam­men, muss die exter­ne Tei­lung für jedes die­ser Anrech­te geson­dert durch­ge­führt wer­den. Setzt sich näm­lich eine betrieb­li­che Alters­ver­sor­gung aus ver­schie­de­nen Bau­stei­nen mit unter­schied­li­chen wert­bil­den­den Fak­to­ren zusam­men, ist jeder Bau­stein im Ver­sor­gungs­aus­gleich wie ein ein­zel­nes Anrecht geson­dert zu behan­deln und aus­zu­glei­chen 5. Zwar wer­den bei­de Bau­stei­ne in einem gemein­sa­men Kapi­tal­kon­ten­plan geführt. Den­noch han­delt es sich um getrennt zu behan­deln­de Bau­stei­ne, weil (nur) das Anrecht aus der "ZU Par­al­lel­ver­pflich­tung" mit einem fort­be­stehen­den Anrecht aus der frü­he­ren Beam­ten­ver­sor­gung bei der VAP unter­legt ist und nur mit sei­nem Ertrags­an­teil besteu­ert wird, wäh­rend das dar­über hin­aus gehen­de Anrecht aus der Direkt­zu­sa­ge "TV Kapi­tal­kon­ten­plan" für sich allein steht und der nach­ge­la­ger­ten Besteue­rung von Alters­ein­künf­ten unter­liegt. Aus der Beschluss­for­mel muss sich des­halb ein­deu­tig erge­ben, zu Las­ten wel­chen Ein­zel­an­rechts bzw. Bau­steins wel­cher Aus­gleich vor­ge­nom­men wur­de, wobei die­je­ni­gen Anga­ben genü­gen, die zur Indi­vi­dua­li­sie­rung der Anrech­te erfor­der­lich sind, ohne dass es einer genau­en Bezeich­nung der maß­geb­li­chen Ver­sor­gungs­ord­nung nach Fas­sung oder Datum bedarf 6.

Das Inter­es­se einer geson­der­ten Durch­füh­rung der exter­nen Tei­lung eines bei einem Nach­fol­ge­un­ter­neh­men der frü­he­ren Deut­schen Bun­des­post bestehen­den Anrechts und der ein­deu­ti­gen Bezeich­nung der jewei­li­gen Bau­stei­ne in der Beschluss­for­mel kann, soweit es die Tei­lung eines par­al­lel­ver­pflich­ten­den Anrechts betrifft, auch die VAP ver­fol­gen, weil das bei der VAP einer­seits und das bei dem Nach­fol­ge­un­ter­neh­men der Deut­schen Bun­des­post ande­rer­seits bestehen­de, par­al­lel­ver­pflich­ten­de Anrecht eine recht­li­che und wirt­schaft­li­che Ein­heit bil­den.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 27. April 2016 – XII ZB 415/​14

  1. im Anschluss an BGH, Beschluss vom 12.11.2014 – XII ZB 235/​14 , Fam­RZ 2015, 234[]
  2. im Anschluss an BGH, Beschluss vom 30.11.2011 XII ZB 79/​11 , Fam­RZ 2012, 189[]
  3. vgl. BGH, Beschluss vom 12.11.2014 – XII ZB 235/​14 , Fam­RZ 2015, 234 Rn. 10 ff.[]
  4. BGH, Beschluss vom 12.11.2014 – XII ZB 235/​14 , Fam­RZ 2015, 234 Rn. 16[]
  5. BGH, Beschluss vom 30.11.2011 – XII ZB 79/​11 , Fam­RZ 2012, 189 Rn. 13[]
  6. vgl. BGH, Beschluss vom 23.01.2013 – XII ZB 541/​12 , Fam­RZ 2013, 611 Rn. 10[]