Die Anhörung im Betreuungsverfahren – und der Verfahrenspfleger

Die Anhörung der Betroffenen im Betreuungsverfahren in Abwesenheit des Verfahrenspflegers ist verfahrensfehlerhaft.

Die Anhörung im Betreuungsverfahren – und der Verfahrenspfleger

Der Verfahrenspfleger ist vom Gericht im selben Umfang an den Verfahrenshandlungen zu beteiligen wie der Betroffene. Das Betreuungsgericht muss durch die Benachrichtigung des Verfahrenspflegers vom Anhörungstermin sicherstellen, dass dieser an der Anhörung des Betroffenen teilnehmen kann. Außerdem steht dem Verfahrenspfleger ein eigenes Anhörungsrecht zu.

Erfolgt die Anhörung dennoch ohne die Möglichkeit einer Beteiligung des Verfahrenspflegers, ist sie verfahrensfehlerhaft und verletzt den Betroffenen in seinem Anspruch auf rechtliches Gehör aus Art. 103 Abs. 1 GG1.

Bundesgerichtshof, Beschluss vom 6. Februar 2019 – XII ZB 393/18

  1. BGH, Beschluss vom 16.08.2017 – XII ZB 450/16 FamRZ 2017, 1864 Rn. 9 mwN []