Die Teil­nah­me am Reli­gi­ons­un­ter­richt der 1. Klas­se

Durch die vor­läu­fi­ge Teil­nah­me am Reli­gi­ons­un­ter­richt ist eine ein­sei­ti­ge und dau­er­haf­te Beein­flus­sung der Kin­der in reli­giö­sen Fra­gen auch im Hin­blick auf die im ers­ten Schul­jahr ver­mit­tel­ten Inhal­te nicht zu befürch­ten.

Die Teil­nah­me am Reli­gi­ons­un­ter­richt der 1. Klas­se

So das Ober­lan­des­ge­richt Köln in dem hier vor­lie­gen­den Fall eines Eltern­streits über die Teil­nah­me ihrer zwei 6‑jährigen Kin­dern am Reli­gi­ons­un­ter­richt des 1. Schul­jah­res. Das Amts­ge­richt Mons­chau hat­te dem Vater die Ent­schei­dung über eine Teil­nah­me am Reli­gi­ons­un­ter­richt und den Schul­got­tes­diens­ten über­tra­gen. Der Vater befür­wor­tet eine sol­che Teil­nah­me. Gegen die Ent­schei­dung des Amts­ge­richts Mons­chau rich­tet sich eine Beschwer­de der Mut­ter, die außer­dem im Wege des einst­wei­li­gen Rechts­schut­zes eine Aus­set­zung der Voll­zie­hung des amts­ge­richt­li­chen Beschlus­ses bean­tragt hat.

Nach Auf­fas­sung des Ober­lan­des­ge­richts Köln in dem einst­wei­li­gen Rechts­schutz­ver­fah­ren ent­spricht eine vor­läu­fi­ge Teil­nah­me der Kin­der an Schul­got­tes­diens­ten und Reli­gi­ons­un­ter­richt dem Kin­des­wohl. Hier­durch wür­den die kon­fes­si­ons­lo­sen Kin­der bis zur abschlie­ßen­den Klä­rung in der Haupt­sa­che kei­nen Scha­den neh­men. Eine ein­sei­ti­ge und dau­er­haf­te Beein­flus­sung der Kin­der in reli­giö­sen Fra­gen sei auch im Hin­blick auf die im ers­ten Schul­jahr ver­mit­tel­ten Inhal­te nicht zu befürch­ten.

Das Ober­lan­des­ge­richt hat in sei­ner Ent­schei­dung nach­drück­lich an das Ver­ant­wor­tungs­be­wusst­sein der Eltern appel­liert: Die­se müss­ten einer Ver­un­si­che­rung ihrer Kin­der ent­ge­gen­wir­ken, ihre Erzie­hungs­kom­pe­tenz wahr­neh­men, die Kin­der zum Schul­be­such ermun­tern und sie auf eine Teil­nah­me am Reli­gi­ons­un­ter­richt ein­stel­len. Nur auf die­se Wei­se kön­ne eine Refle­xi­on der Kin­der mit den im Unter­richt ver­mit­tel­ten Inhal­ten erreicht wer­den.

Ober­lan­des­ge­richt Köln, Beschluss vom 10. Sep­tem­ber 2012 – 12 UF 108/​12