Die erle­dig­te Unter­brin­gung – und der Fest­stel­lungs­an­trag der Tan­te

Eine Ver­trau­ens­per­son ist für einen Antrag auf Fest­stel­lung der Rechts­wid­rig­keit nach § 62 FamFG nicht antrags­be­rech­tigt.

Die erle­dig­te Unter­brin­gung – und der Fest­stel­lungs­an­trag der Tan­te

Denn nach Erle­di­gung der Haupt­sa­che kann ein Fest­stel­lungs­an­trag nach § 62 FamFG grund­sätz­lich nur vom Betrof­fe­nen gestellt wer­den, weil nur die­ser in sei­nen Rech­ten ver­letzt sein kann 1.

Der Bun­des­ge­richts­hof hat dem­entspre­chend einen Fest­stel­lungs­an­trag der Ver­trau­ens­per­son im Betreu­ungs­ver­fah­ren man­gels Antrags­be­rech­ti­gung als unzu­läs­sig ange­se­hen 2.

Eben­falls hat er einen im eige­nen Namen gestell­ten Antrag der Eltern eines nach § 1631 b BGB unter­ge­brach­ten Kin­des als man­gels eige­ner Rechts­ver­let­zung unzu­läs­sig ange­se­hen 3.

Das gilt mit­hin eben­falls Tan­te des betrof­fe­nen Kin­des, die sich weder als Tan­te des betrof­fe­nen Kin­des noch als des­sen Ver­trau­ens­per­son auf eine Ver­let­zung in eige­nen Rech­ten beru­fen kann.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 27. Juli 2016 – XII ZB 623/​15

  1. BGH, Beschluss vom 20.08.2014 XII ZB 205/​14 Fam­RZ 2014, 1916 Rn. 6 f. mwN zum Betreu­ungs­ver­fah­ren; BGHZ 196, 118 = FGPrax 2013, 131 Rn. 9 ff. zur Abschie­be­haft[]
  2. BGH, Beschluss vom 24.10.2012 XII ZB 404/​12 Fam­RZ 2013, 29 Rn. 6 ff.; vgl. auch BGH Beschluss vom 26.06.2014 – V ZB 5/​14 NJW-RR 2014, 1155 Rn. 5 ff.[]
  3. BGH, Beschluss vom 13.11.2013 XII ZB 681/​12 Fam­RZ 2014, 108 Rn. 4 f.[]