Ver­ur­tei­lung zur Aus­kunft im Zuge­winn­ver­fah­ren – und die Beleg­vor­la­ge

Bele­ge, die ein Aus­kunfts­pflich­ti­ger vor­le­gen soll, müs­sen in dem Titel bezeich­net und daher jeden­falls in den Ent­schei­dungs­grün­den kon­kre­ti­siert wer­den 1. Hier­zu ist es jeden­falls erfor­der­lich, dass aus dem Titel der Zeit­raum, auf den sich die vor­zu­le­gen­den Bele­ge bezie­hen müs­sen, her­vor­geht.

Ver­ur­tei­lung zur Aus­kunft im Zuge­winn­ver­fah­ren – und die Beleg­vor­la­ge

Die vor­zu­le­gen­den Bele­ge sind im Ent­schei­dungs­aus­spruch so bestimmt zu benen­nen, dass sie im Fal­le einer Zwangs­voll­stre­ckung vom Gerichts­voll­zie­her aus den Unter­la­gen des Aus­kunfts­pflich­ti­gen aus­ge­son­dert und dem Berech­tig­ten über­ge­ben wer­den kön­nen 2. Hier­zu ist es nicht nur erfor­der­lich, dass in dem Titel die Art der vor­zu­le­gen­den Bele­ge bezeich­net ist, son­dern auch der Zeit­raum, auf den sich die Vor­la­ge­ver­pflich­tung erstreckt.

Gera­de bei der Ver­pflich­tung zur Aus­kunfts­er­tei­lung im Zuge­winn­aus­gleichs­ver­fah­ren nach § 1379 BGB ist eine Anga­be der Zeit­räu­me, auf die sich die vor­zu­le­gen­den Bele­ge bezie­hen müs­sen, uner­läss­lich. Die Unter­la­gen und die maß­geb­li­chen Zeit­räu­me sind daher im Beschluss­te­nor kon­kret zu bezeich­nen oder müs­sen sich jeden­falls unter Her­an­zie­hung der Ent­schei­dungs­grün­de in einem mög­li­chen Voll­stre­ckungs­ver­fah­ren von dem Voll­stre­ckungs­or­gan im Wege der Aus­le­gung fest­stel­len las­sen 3.

Im hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Streit­fall bedeu­te­te dies: as Ober­lan­des­ge­richt hat den amts­ge­richt­li­chen Beschluss zwar dahin­ge­hend aus­ge­legt, dass der Antrag­stel­ler nicht zur Vor­la­ge von stich­tags­be­zo­ge­nen Abschlüs­sen, son­dern nur zur Vor­la­ge vor­han­de­ner Jah­res­ab­schlüs­se ver­pflich­tet ist. Für die­se Aus­le­gung fehlt es jedoch in dem amts­ge­richt­li­chen Teil­be­schluss an einer trag­fä­hi­gen Grund­la­ge. Des­sen Ent­schei­dungs­aus­spruch beschränkt sich auf die all­ge­mein gehal­te­ne Ver­pflich­tung des Antrag­stel­lers zur Vor­la­ge von Nach­wei­sen über Kapi­talund Betriebs­be­tei­li­gun­gen und über Erträ­ge von Kapi­talund Betriebs­be­tei­li­gun­gen. Auf wel­che Zeit­räu­me sich die vom Antrag­stel­ler zur Erfül­lung die­ser Ver­pflich­tung vor­zu­le­gen­den Bele­ge bezie­hen müs­sen, erschließt sich aus dem Beschluss­te­nor eben­so wenig wie aus den Grün­den des Teil­be­schlus­ses. Daher lie­ße sich im Fal­le einer Zwangs­voll­stre­ckung auch nicht durch Aus­le­gung der amts­ge­richt­li­chen Ent­schei­dung eine Kon­kre­ti­sie­rung der Ver­pflich­tung des Antrag­stel­lers errei­chen.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 3. Juli 2019 – XII ZB 116/​19

  1. im Anschluss an BGH, Beschluss vom 11.05.2016 XII ZB 12/​16 Fam­RZ 2016, 1448 Rn. 17; und BGH, Urteil vom 05.05.1993 XII ZR 88/​92 Fam­RZ 1993, 1423, 1424[]
  2. Wendl/​Dose Das Unter­halts­recht in der fami­li­en­rich­ter­li­chen Pra­xis 10. Aufl. § 1 Rn. 1176[]
  3. vgl. BGH Beschluss vom 07.02.2013 – VII ZB 2/​12 NJW-RR 2013, 511 Rn. 11 mwN[]