Berück­sich­ti­gung von Jah­res­end­prä­mi­en bei der Ren­ten­ver­si­che­rung

Für die Fest­stel­lung zusätz­li­cher Arbeits­ent­gel­te in Form behaup­te­ter Jah­res­end­prä­mi­en­zah­lun­gen bei der Ren­ten­ver­si­che­rung muss in jedem ein­zel­nen Jahr des gel­tend gemach­ten Gesamt­zeit­raums der Zufluss einer kon­kre­ten Jah­res­end­prä­mie nach­ge­wie­sen oder glaub­haft gemacht wer­den.

Berück­sich­ti­gung von Jah­res­end­prä­mi­en bei der Ren­ten­ver­si­che­rung

So das Säch­si­sche Lan­des­so­zi­al­ge­richt in dem hier vor­lie­gen­den Fall eines Klä­gers, dem die Deut­sche Ren­ten­ver­si­che­rung die Fest­stel­lung wei­te­rer Ent­gel­te abge­lehnt hat­te. Der Klä­ger begehrt die­se für Zei­ten der Zuge­hö­rig­keit zur zusätz­li­chen Alters­ver­sor­gung der tech­ni­schen Intel­li­genz für die Jah­re 1979 bis 1989 in Form jähr­li­cher Jah­res­end­prä­mi­en. Auf sei­ne Kla­ge hin hat das Sozi­al­ge­richt Dres­den dem Klä­ger Recht gege­ben 1 wor­auf die Deut­sche Ren­ten­ver­si­che­rung Beru­fung ein­ge­legt hat.

Nach Auf­fas­sung des Säch­si­schen Lan­des­so­zi­al­ge­richts ist es für die Fest­stel­lung zusätz­li­cher Arbeits­ent­gel­te in Form behaup­te­ter Jah­res­end­prä­mi­en­zah­lun­gen erfor­der­lich, dass in jedem ein­zel­nen Jahr des gel­tend gemach­ten Gesamt­zeit­raums der Zufluss einer kon­kre­ten Jah­res­end­prä­mie nach­ge­wie­sen oder glaub­haft gemacht wird, und zwar nicht nur hin­sicht­lich des Zeit­raums, son­dern auch hin­sicht­lich der tat­säch­li­chen Höhe. Die blo­ße Dar­stel­lung eines all­ge­mei­nen Ablaufs und einer all­ge­mei­nen Ver­fah­rens­wei­se wie auch der Hin­weis, dass in ande­ren Fäl­len mög­li­cher­wei­se Jah­res­end­prä­mi­en berück­sich­tigt wor­den sind – etwa weil dort ander­wei­ti­ge Unter­la­gen vor­ge­legt wer­den konn­ten -, genü­gen nicht, um den Nach­weis oder die Glaub­haft­ma­chung auch für die Zah­lung von Jah­res­end­prä­mi­en im kon­kre­ten Ein­zel­fall zu erbrin­gen.

Dar­über hin­aus geht das Säch­si­sche Lan­des­so­zi­al­ge­richt davon aus, dass es rück­bli­ckend nicht beur­teilt wer­den kann, wenn die Zah­lung einer Jah­res­end­prä­mie von Vor­aus­set­zun­gen wie der Vor­bild­lich­keit im Kol­le­gen­kreis oder der Ein­hal­tung der sozia­lis­ti­schen Arbeits­dis­zi­plin abhing. Denn Rege­lun­gen, die eine bewer­ten­de oder Ermes­sens­ent­schei­dung eines Betrie­bes, Direk­tors oder einer staat­li­chen Stel­le der DDR vor­sa­hen, sind weder Bun­des­recht gewor­den, noch bun­des­recht­lich über­prüf­bar oder nach­hol­bar, weil die dafür erfor­der­li­chen Ent­schei­dun­gen nur auf der Grund­la­ge des von der SED-Ideo­lo­gie gepräg­ten Sys­tems getrof­fen wer­den könn­ten.

Daher hat der Klä­ger tat­säch­li­che Zah­lung von Jah­res­end­prä­mi­en im frag­li­chen Zeit­raum nicht nach­wei­sen oder zumin­dest glaub­haft machen kön­nen und das Urteil des Sozi­al­ge­richts war auf­zu­he­ben.

Säch­si­sches Lan­des­so­zi­al­ge­richt, Urteil vom 18. Sep­tem­ber 2012 – L 5 RS 716/​10

  1. SG Dres­den, Urteil vom 11.10.2010 – S 24 R 667/​09[]