Braut­klei­der sind Kunst

Nach § 1 KSVG wer­den selbst­stän­di­ge Künst­ler und Publi­zis­ten in der all­ge­mei­nen Ren­ten­ver­si­che­rung, in der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung und in der sozia­len Pfle­ge­ver­si­che­rung ver­si­chert, wenn sie die künst­le­ri­sche oder publi­zis­ti­sche Tätig­keit erwerbs­mä­ßig und nicht nur vor­über­ge­hend aus­üben und im Zusam­men­hang mit der künst­le­ri­schen oder publi­zis­ti­schen Tätig­keit nicht mehr als einen Arbeit­neh­mer beschäf­ti­gen, es sei denn, die Beschäf­ti­gung erfolgt zur Berufs­aus­bil­dung oder ist gering­fü­gig im Sin­ne des § 8 SGB IV. Nach § 2 Satz 1 KSVG ist Künst­ler im Sin­ne des KSVG, wer Musik, dar­stel­len­de oder bil­den­de Kunst schafft, aus­übt oder lehrt.

Braut­klei­der sind Kunst

Damit greift die­se Künst­ler­so­zi­al­ver­si­che­rung aber auch für eine Mode­de­si­gner: Eine diplo­mier­te Mode­de­si­gne­rin, die im Schwer­punkt Braut- und Fest­moden ent­wirft, übt eine künst­le­ri­sche Tätig­keit aus und muss in die Künst­ler­so­zi­al­ver­si­che­rung auf­ge­nom­men wer­den, ent­schied jetzt das Lan­des­so­zi­al­ge­richt Sach­sen-Anhalt.

Eine Aner­ken­nung in fach­kun­di­gen Krei­sen als Künst­le­rin ist nach Mei­nung der Rich­ter nicht erfor­der­lich, da hier kei­ne hand­werk­li­che Tätig­keit im Vor­der­grund ste­he. Ihre Ent­wür­fe las­se die Klä­ge­rin durch eine Schnei­der­meis­te­rin aus­füh­ren.

Lan­des­so­zi­al­ge­richt Sach­sen-Anhalt, Urteil vom 27. Janu­ar 2011, L 1 R 226/​07